Mozart: Idomeneo

Augsburg

Opernwelt - Logo

Von Mozarts «großen» Opern ist «Ido­meneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende Inszenierungen von Opern der zwanziger Jahre erarbeitet hat – einen Bogen spannen vom steifen Barocktheater zur Welt von heute.

Doch die Halbherzigkeit und stilistische Vagheit, mit der dieses Konzept umgesetzt wurde, war bedenklich. Zwischen immer wieder neu arrangierten, wohl bewusst flüchtig gemalten Soffiten drehte sich nicht selten das Segment eines Amphitheaterrunds herein (Ausstattung: Alexander J. Mudlagk). Bespielbare Räume ergab das nicht. Und gespielt wurde auch kaum, stattdessen bekamen die gefangene Königstochter Ilia und ihre Gegenspielerin Elettra, die Tochter Agamemnons, jeweils zwei Doubles zur Seite, die deren «liebliche» und «kämpferische» Seite denkbar unbeholfen und blass darstellten.
Glücklicherweise steuerte die Mu­sik gegen. GMD Rudolf Piehlmayer, der in Augsburg gerade erst ­einen ausnehmend präzisen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 47
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Helles Silber, dunkles Erz

Unter den «Nachtigallen», deren Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, nahm die früh an Leukämie erkrankte Mado Robin (1918-1960) eine Sonderstellung ein, da sie ein ausgesprochenes Stimmphänomen war. Sie soll angeblich das viergestrichene C erreicht haben, auf jeden Fall entfaltete ihre Stimme über dem dreigestrichenen C ihre ganze Eigenart (und das...

Britten: A Midsummer Night´s Dream

Stefan Soltesz, Chef der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musik­theaters, mag im Kreise seiner Untergebenen als gnadenloser Tyrann verschrien sein, doch seinen Laden hat er, wenn es um die künstlerische Qualität der angebotenen Produkte geht, fraglos zu einer der verlässlichsten Adressen in der deutschen Opernlandschaft gemacht. Und das keineswegs...

Die verkaufte Braut

Wenigstens auf den Wettbewerb würden Freiburg und Saarbrücken gewiss liebend gern verzichten – den Wettbewerb nämlich, welches der beiden Häuser dem unwürdigeren Spardruck ausgesetzt ist. Als Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» dort im Zwei-Wochen-Abstand Premiere hatte, schien das Saarländische Staatstheater vorn zu liegen. Beeindruckend, wie sich der...