Mozart: Idomeneo
Von Mozarts «großen» Opern ist «Idomeneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende Inszenierungen von Opern der zwanziger Jahre erarbeitet hat – einen Bogen spannen vom steifen Barocktheater zur Welt von heute.
Doch die Halbherzigkeit und stilistische Vagheit, mit der dieses Konzept umgesetzt wurde, war bedenklich. Zwischen immer wieder neu arrangierten, wohl bewusst flüchtig gemalten Soffiten drehte sich nicht selten das Segment eines Amphitheaterrunds herein (Ausstattung: Alexander J. Mudlagk). Bespielbare Räume ergab das nicht. Und gespielt wurde auch kaum, stattdessen bekamen die gefangene Königstochter Ilia und ihre Gegenspielerin Elettra, die Tochter Agamemnons, jeweils zwei Doubles zur Seite, die deren «liebliche» und «kämpferische» Seite denkbar unbeholfen und blass darstellten.
Glücklicherweise steuerte die Musik gegen. GMD Rudolf Piehlmayer, der in Augsburg gerade erst einen ausnehmend präzisen, ...
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