Mozart von hinten

Cagliari, Massenet: Chérubin

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Hätten Sie erraten, mit welcher Oper Cagliari zur Sai­son­eröffnung den Jahresregenten Mozart feiert? Unwahrscheinlich. Es ist eine italienische Erstaufführung: der «Chérubin» von Jules Massenet, uraufgeführt 1905 in der Opéra von Monte Carlo. Eine verdienstvolle Ausgrabung, zumal in einer so guten und witzigen Wiedergabe.
Es ist eine Mozart-Ehrung von hinten (analog zu Schönbergs berühmtem Selbstporträt).

Wer erinnert sich nicht an den halbwüchsigen «Farfallone amoroso», den Figaro in seiner ironischen Arie verhöhnt, weil er ­allen, von der kleinen Barbarina über Figaros Braut ­Susanna bis zur gräflichen Patin, den Hof macht? Bei Mozart und Da Ponte verkörpert er die jugendlich bedenkenlose Spielart der Liebe. In der Trilogie von Beaumarchais («Le Barbier de Seville», «Le mariage de Figaro», «La Mère coupable»), viel aggressiver als Rossini und Mozart zusammen, taucht noch einmal die Erinnerung an den amourösen Pagen auf. In «La Mère cou­pable» (die schuldige Mutter) liest der Graf seinen Abschiedsbrief: Cherubino/Chérubin hat sich nach der Geburt des illegitimen Sohns, den er mit der Gräfin gezeugt hat, umgebracht. Die Frage stellte sich: Was geschah mit Cherubino nach der ...

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Opernwelt März 2006
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Dietmar Polaczek

Vergriffen
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