Apropos... Korrepetieren

Gerade erst hat er bei der Vorbereitung des Bayreuther «Parsifal» assistiert. Im August gibt MORITZ GNANN in Tanglewood sein Debüt beim Boston Symphony Orchestra. In der Spielzeit 2016/17 wird er u. a. an der Deutschen Oper Berlin und an der Dresdner Semperoper dirigieren. Angefangen hat der gebürtige Tübinger als Korrepetitor am Theater Aachen

Herr Gnann, ist das Korrepetieren eine gute Schule für Dirigenten?
Für mich auf jeden Fall. Ich komme vom Klavier. An diesem Instrument kann man die Architektur einer Partitur ziemlich gut erfassen. Als Dirigent fühle ich mich wohler, wenn ich die Töne selbst in der Hand hatte, bevor ich vor das Orchester trete. Es geht dabei nicht um eine perfekte Wiedergabe, sondern darum, Melodien, Harmonien, Rhythmen usw. selbst zum Klingen zu bringen, durch die Spielpraxis herauszufinden, wo die Töne hinwollen.

Arbeiten Sie mit Klavierauszügen oder spielen Sie direkt aus der Partitur?
Für Proben favorisiere ich Klavierauszüge, aus praktischen Gründen – man muss nicht so viel blättern, besonders in schnellen Passagen ist die Reduktion des Orchestersatzes sehr hilfreich. Wenn ich mich gründlich auf ein Stück vorbereite, benutze ich natürlich immer die Partitur.

Spielt man nach ein paar Jahren Erfahrung eigentlich alles vom Blatt?
(lacht) Es gibt Klavierauszüge, mit denen ich auf Anhieb weit komme, und solche, bei denen ich erst mal kein Land sehe. Aber ich habe auch gar nicht den Ehrgeiz, alles sofort spielen zu können: Vom Blatt kann man nicht wirklich interpretieren. Andererseits gehört das ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Albrecht Thiemann