Montemezzi: L´amore dei tre re
Einen Monat nach Italo Montemezzis erfolgreicher Uraufführung von «L’amore dei tre re» an der Mailänder Scala 1913, die jetzt als Koproduktion mit dem Theater Erfurt in Turin herauskam, sorgte Strawinskys «Sacre du Printemps» in Paris für einen Skandal. Hier wie dort gibt es ein tragisches Frauenopfer – blutrünstiges Modethema vor dem Ersten Weltkrieg.
Montemezzi und sein Librettist, der schillernde Poet Sam Benelli, verlegten ihre stilisierte Königsgeschichte in ein ästhetisiertes Mittelalter und rankten die Mordtaten um eine Frauenfigur, deren Name schon wie ein Jugendstil-Motiv klingt: Fiora. Ihrer wollüstigen Aura sind gleich drei Männer – und Stimmfächer – verfallen. Mit dem Bariton, Manfredo, ist Fiora gegen ihren Willen verheiratet. Avito – naturgemäß ein Tenor und dazu noch von der gegnerischen Partei – wird sie sich im ersten Akt hingeben, und den Greisenbass kann sie sich kaum von der Wäsche halten: ihren blinden Schwiegervater Archibaldo. Der erwürgt sie prompt, und Regisseur Guy Montavon, der sonst ein recht statisches Kammerspiel in grauem Urzeiten-Granit inszeniert, lässt den Alten nekrophil über die schmählich geknickte Blume herfallen. Oleg Caetani nimmt das Werk ...
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