Montemezzi: L´amore dei tre re
Einen Monat nach Italo Montemezzis erfolgreicher Uraufführung von «L’amore dei tre re» an der Mailänder Scala 1913, die jetzt als Koproduktion mit dem Theater Erfurt in Turin herauskam, sorgte Strawinskys «Sacre du Printemps» in Paris für einen Skandal. Hier wie dort gibt es ein tragisches Frauenopfer – blutrünstiges Modethema vor dem Ersten Weltkrieg.
Montemezzi und sein Librettist, der schillernde Poet Sam Benelli, verlegten ihre stilisierte Königsgeschichte in ein ästhetisiertes Mittelalter und rankten die Mordtaten um eine Frauenfigur, deren Name schon wie ein Jugendstil-Motiv klingt: Fiora. Ihrer wollüstigen Aura sind gleich drei Männer – und Stimmfächer – verfallen. Mit dem Bariton, Manfredo, ist Fiora gegen ihren Willen verheiratet. Avito – naturgemäß ein Tenor und dazu noch von der gegnerischen Partei – wird sie sich im ersten Akt hingeben, und den Greisenbass kann sie sich kaum von der Wäsche halten: ihren blinden Schwiegervater Archibaldo. Der erwürgt sie prompt, und Regisseur Guy Montavon, der sonst ein recht statisches Kammerspiel in grauem Urzeiten-Granit inszeniert, lässt den Alten nekrophil über die schmählich geknickte Blume herfallen. Oleg Caetani nimmt das Werk ...
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«Le Balcon», beschwor Jean Genet anlässlich der Uraufführung seines Schauspiels den Regisseur Roger Blin, solle nicht als Satire gespielt werden. Denn nicht literarische Absteige ist das Bordell der Madame Irma, sondern Großes Welttheater in Form einer «Verherrlichung der Erscheinung und der Spiegelung» (Genet).
Exakt dies hatte Péter Eötvös bei seiner Umformung...
Herr Schöne, im März sind Sie nach einer Vorstellung als Kurwenal im «Tristan» nach zweiunddreißig Jahren im Ensemble der Staatsoper Stuttgart verabschiedet worden: Hier gilt die gesetzliche Altersgrenze. Sie werden in Zukunft zwar gelegentlich in Stuttgart singen, auch wenn Albrecht Puhlmann in der Spielzeit 2006/07 seine Intendanz antritt – aber als Gast. Hat der...
Zwei Klassiker der Mono-Ära, die Decca- «Salomé» unter Clemens Krauss (1954) und «Hänsel und Gretel» unter Herbert von Karajan (EMI, 1953), wurden jetzt bei Naxos neu aufgelegt, auf der Grundlage der britischen Original-LPs von Mark Obert-Thorn restauriert. Krauss führt das Riesenorchester von Strauss zu kammermusikalischer Klarheit und Leichtigkeit, ohne der...
