Mixtur für die Sommerfrische

Wie Intendant Bernard Foccroulle dem Publikum in Aix-en-Provence mit Händel, Mozart, Verdi, Schostakowitsch und einem neuen Stück von Oscar Bianchi entgegenkommt

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Schon unter der Direktion von Stéphane Liss­ner, aber auch seit dem Amtsantritt Bernard Foccroulles (2007) fungiert das Festival von Aix-en-Provence als Gegengewicht zu dem, was heute gemeinhin unter «kritischem» Musik­theater verstanden wird. Es sind weniger starke Ideen oder Konzepte, auch nicht thematische Leitlinien, die den Geist von Aix prägen, sondern – wohl abgewogen – Trends und Duftnoten, die in der Luft liegen. Die szenische Befragung der Werke wirkt generell optisch attraktiv; weltgewandter Konservatismus dominiert.

Man hat das Gefühl, dass Aix immer auch auf das Einverständnis jener Schichten schielt, die Parameter des guten Geschmacks vorgeben. Experimente der musikalischen Avantgarde oder ein Theater, das sich an gesellschaftlichen Verwerfungslinien entzündet, wird man nicht finden. Die schicke, elegante Einrichtung von Repertoirestücken paart sich mit Proben einer gemäßigten Moderne. Musik und Musiktheater als ferngerückte Gegenwelt zu den Niederungen des Alltags. Eine spielerische Mixtur für die Sommerfrische.

Überlebenskampf:
«La traviata»

Die Uraufführungsproduktion, Oscar Bianchis Kammeroper «Thanks to My Eyes», kam beim Publikum ebenso gut an wie der ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Frieder Reininghaus

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