Mitten im Nirgendwo

Streaming gilt als Wachstumsmarkt. Bislang ist das freilich eine Wette auf die Zukunft – noch herrscht im Netz die Gratis-Kultur

Oper aus dem Internet? Nicht lange her, dass der anspruchsvolle Fan entsetzt die Nase rümpfte. Wackelnde Bilder plus mieser Klang – das wollte sich kaum ein Homo classicus antun. Doch Online-Programme in High-Defintion-Qualität gewinnen stetig an Bedeutung. Nicht nur private Anbieter setzen aufs Netz, um Mitschnitte aktueller und historischer Aufführungen zu verbreiten. Auch öffentlich-rechtliche Sender haben das Streaming für sich entdeckt.

Doch wie wirkt sich der digitale Musiktheater-Service eigentlich aus? Taugt er den Häusern als Lockmittel für neues Publikum, oder ist er bloß Ersatzstoff, der die Lust aufs Live-Erlebnis lähmt? Und: Wo steht das Streaming zwischen kulturellem Auftrag und Rentabilität?

 

Was hätte Richard Wagner wohl davon gehalten? Hätte er seine Bedeutung gebührend unterstrichen gesehen? Oder wäre er in Cosimas Tagebüchern darüber hergezogen, dass dies die Exklusivität seines nur fürs Bayreuther Festspielhaus gedachten «Parsifal» noch weiter schmälere? Wie auch immer: Am 25. Juli dieses Jahres konnte man die Eröffnung der Bayreuther Festspiele nicht nur erstmals live im Kino verfolgen. Auch am heimischen Computer konnte sich jeder selbst ein Bild davon ...

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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Oper online, Seite 98
von Michael Stallknecht

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