Mitsingen erwünscht
Spätestens seit die massenmediale Grundversorgung via Internet den hinterletzten Haushalt erreicht, gehört das Singen nicht mehr zu den Kernkompetenzen des Alltagslebens. Zumal der Nachwuchs lässt sich lieber auf dem iPod oder auf Youtube etwas vorträllern, als selbst die Stimme auszuprobieren.
Hausmusik am Wochenende? Fehlanzeige. Ein Klavier im Wohnzimmer? Kaum noch anzutreffen. Ein Lied zum Tage oder zur Nacht? Kein Gedanke.
Vorbei die Zeiten, als es zum guten Ton gehörte, sich im (Kirchen-) Chor an Schütz oder Bach zu versuchen, Charpentiers «Te Deum» fürs Schulkonzert zu pauken oder unterwegs die «Mundorgel» rauf- und runterzuschmettern. Auch an den Schulen hat das aktive Musizieren kontinuierlich an Bedeutung verloren, immer häufiger wird die Beschäftigung mit Noten in der Fächerhierarchie als lässliche Nebensache eingestuft. Entsprechend hilf- und ahnungslos reagieren viele Kinder und Jugendliche, wenn sie «Songs» begegnen, die in den Charts nicht gerade ganz oben stehen.
Alten Volksliedern zum Beispiel. Melodien von Haydn («Rose weiß, Rose rot») oder Mozart («Komm, lieber Mai»), von Schubert («Am Brunnen vor dem Tore») oder Brahms («Da unten im Tale»), die einmal so populär ...
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Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Medien | CDs und DVDs, Seite 44
von Albrecht Thiemann
Der «Historia Langobardorum» des Paulus Diaconus zufolge verhielten sich die beiden im Italien des Siebten Jahrhunderts im Krieg befindlichen Herrscher – der rechtmäßige König Perctarit und der Usurpator Grimoald – in einem Punkt durchaus fair: Sie stritten nicht um Königin Rodelinda. Stattdessen wurde die Regentin mitsamt ihrem Sohn Cunipert nach Benevento ins...
Endlich einmal sagt es einer. So einfach, wie er es sagt, ist es zwar nicht. Aber immerhin. Während der Bayreuther Festspiele 2010 gab Jonas Kaufmann, der als Lohengrin dort einen großen persönlichen Erfolg feierte, der Deutschen Presseagentur ein Interview. Darin nahm er seine Kollegen in Schutz und meinte, es gebe «keine Krise des Wagner-Gesangs»: «Das Geheimnis...
Alfred Kerr umschrieb Hofmannsthals Schauspiel «Elektra» als «Blutraserei mit Stil». Mit der Musik von Richard Strauss wandelte sich das Ganze zum eruptiven, expressionistischen Racheschrei. Ganz glücklich schien der Komponist mit dem zuweilen orgiastisch auftrumpfenden Riesenorchester nicht gewesen zu sein. «Meine Überzeugung ist, dass in Zukunft das allein...
