Mit Fleiß und Akribie
Selbstlob stinke nur dem Neider, soll Goethe gesagt haben.
So nimmt man denn mit Schmunzeln zur Kenntnis, dass Claudia Behn Rezensionen zu ihrer Biografie über die Koloratursopranistin Rita Streich (1920–1987) gleich selbst verfasste: Dies wäre «ein wunderbares, interessantes und flüssig lesbares Buch, das sich auch als Weihnachtsgeschenk für Opernliebhaberinnen und Opernliebhaber, wie auch für Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler, aber auch angehende wie gestandene Opernsängerinnen und Opernsänger bestens eignet …» Doch auch der sachliche Beobachter vermag dieser Einschätzung zuzustimmen.
Vor allem hat Behn, Musikologin, Musikjournalistin, Klavier- und Keyboardlehrerin aus Jena, sich sehr viel Arbeit gemacht; das Buch zeugt von Fleiß und Akribie. Ungewöhnlich ist schon sein Umfang (672 Seiten) und der Detailreichtum. Die Autorin schaut Rita Streich in allen Lebensphasen sozusagen über die Schulter, auf die Finger und in die Kehle, nutzt dabei eine enorme Fülle von Material aus Archiven, Zeitungsberichten, Rezensionen und privaten Aufzeichnungen. Wobei Behn auch das vermeintlich Nebensächliche ausführlich behandelt, etwa kleinste Partien der jungen Sängerin und ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 34
von Gerhard Persché
Die Alpen sind als Opern-Handlungsort von den komponierenden Protagonisten der Musikgeschichte bisher keineswegs verschmäht worden: Gaetano Donizettis «Linda di Chamounix» (1842) bezeichnete der Schriftsteller und Satiriker Eckhard Henscheid einmal verschmitzt als «die höchste Oper». Der (heutige) Ort Chamonix-Mont-Blanc liegt aber an sich «nur» auf ungefähr 1.000...
Claudio Monteverdi, bekannte John Eliot Gardiner vor einigen Jahren im Gespräch mit dieser Zeitschrift, bleibe für ihn «der Maßstab schlechthin» (OW 12/2016). Wie maßstabsetzend Aufführungen von dessen Werken unter seiner Leitung bleiben, ließ zuletzt der Zyklus mit den drei erhaltenen Opern hören, für den Gardiner 2018 zum «Dirigenten des Jahres» gewählt wurde.
A...
Ein schlimmer Zwerg zieht Jüngling Siegfried auf,
Ein Schwert, das nicht mehr funzt, ganz neu zu bauen,
Um so den Drachen Fafner zu verhauen.
Ein Typ mit Hut tritt ein und klagt, worauf
Der Zwerg und Siegfried zu dem Drachen laufen.
Der Held nimmt Nothung, haut den Hund kaputt.
Ein Vogel flüstert lieblich: «Nimm den Schutt!
Denn mit dem Gold dort kannst du alles...
