Misterioso
Nathaniel Hawthorne ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur (The Scarlet Letter), doch er wird bei uns nur wenig gelesen. Es mag deshalb erstaunen, wenn ein deutscher Komponist für seine erste Oper eine frühe, kaum bekannte Erzählung dieses Autors als Sujet wählt. In The Wives of the Dead, um 1830 geschrieben, geht es um zwei Witwen, die erst vor Kurzem ihre Männer verloren haben. Während Mary ihr Schicksal duldsam hinzunehmen scheint, begehrt die temperamentvolle Margaret dagegen auf.
Eines Nachts werden beide kurz nacheinander durch Nachbarn aus dem Schlaf gerissen, die ihnen mitteilen, dass ihr Mann doch noch am Leben sei. Beide wollen mit ihrer Freude den Schmerz der Freundin nicht vertiefen und behalten die Neuigkeit für sich. Sind die nächtlichen Besucher reine Traumgestalten? Hawthorne lässt es offen, doch der letzte Satz spricht dafür: «She suddenly awoke».
Alois Bröder, Librettist und Komponist in Personalunion, erzählt die Geschichte gleich zweimal. Träumerische Wirklichkeit und realistischer Traum sind dabei keine Alternativen, sondern bedingen und ergänzen einander. Den Schlüssel zum Verständnis liefert ein hinzugefügter Text aus einer anderen ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Ekkehard Pluta
Zur Feier des Britten-Jubiläums haben die beiden wichtigsten englischen Festivals Mitschnitte herausgebracht: Glyndebourne Jonathan Kents Inszenierung von The Turn of the Screw auf DVD, Aldeburgh The Rape of Lucretia unter Oliver Knussen als Doppel-CD.
Die Glyndebourne-Produktion (eine Reprise der Inszenierung von 2005 aus dem Jahr 2011, aber erstmals auf DVD)...
Rechte Winkel, karge «Bauhaus»-Strenge. Befinden wir uns in einem Zuchthaus? Die eintönige Farbpalette der Kostüme spricht dafür: Man trägt Schwarz oder Dunkelblau, König Gustav einen Diktatorenanzug in Pflaume. Nur die Wahrsagerin Ulrica sticht durch ihre giftgelbe Schärpe heraus; sie ist auch die Einzige ohne Latexmaske. Grelles Licht strömt, brutal wie zum...
arte
1./7.3. – 6.00 Uhr
Arcadi Volodos
aus dem Musikverein Wien. Werke von Schumann und Liszt.
2.2. – 5.10 Uhr (3)
3.3. – 18.00 Uhr (4)
Operngeschichten.
Dokumentationsreihe von
Nicolas Crapanne. 3. La clemenza di Tito. 4. Carmen.
3.3. – 18.30 Uhr
8./19.3. – 6.00 Uhr
Kurt Masur dirigiert
Beethoven, Brahms und Bach. Gewandhausorchester Leipzig und Thomanerchor Leipzig.
Solist...
