Metallic
Sie schütteln lange Mähnen und tragen viel Make-up. Nieten, schwarzen Samt und Leder. Ihre Züge sind weich, die Augen blicken sympathisch. So sitzen Perttu Kivilaakso und Eicca Toppinen in einem Besprechungsraum der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Man sollte eigentlich nicht so überrascht sein, dass die beiden sich an einer Oper versucht haben. Klar, sie sind Mitglieder der Metal-Band Apocalyptica, die 1996 ihr Debütalbum «Apocalyptica plays Metallica by Four Cellos» auf einen Schlag berühmt machte. Aber sie sind eben auch klassisch ausgebildete Cellisten.
Perttu infizierte sich in Kindheitssommern auf der Burg Savonlinna rettungslos mit dem Opernvirus. Er wurde Verdi-Fan, schwärmt von seiner gigantischen Plattensammlung. Eicca zuckt die Achseln. «Ich habe nichts gegen Oper», sagt er diplomatisch.
Sami Parkkinens «Indigo»-Story liest sich wie Stoff für einen TV-Thriller: Ein Medikament, das ungeahnte Ebenen im Unterbewusstsein aufschließt (die tiefste ist «Indigo»), treibt Versuchspersonen haufenweise in den Wahn. Einer geht gar ganz verloren in der eigenen Psyche, so dass der Tenor-Held namens Daniel (Markus Nykänen) ihm folgen muss. Er findet den Freund, doch auf den Wink ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Wiebke Roloff
Nach dem frühen Abgang der Callas war Joan Sutherland die primadonna assoluta der internationalen Opernszene. In mehr als 30 Gesamtaufnahmen und einer Reihe von Lieder- und Arien-Programmen hat sie ihr Repertoire für die Nachwelt festgehalten. Das erste Studio-Recital wurde nun beim Label Australian Eloquence neu aufgelegt und kommt fast zeitgleich mit der...
Klaus-Peter Kehr war der Erste. Der Mannheimer Opernintendant hatte die emotionale Tiefe, den glühenden Klang, das brillante Theaterhandwerk Mieczyslaw Weinbergs schon erkannt, als der polnisch-russische Komponist im westlichen Musikbetrieb noch ein unbeschriebenes Blatt war. Und sich für sein Haus gleich dessen opus summum, die 1986 abgeschlossene, aber in ihrer...
Grau verhangen, öde ist diese Landschaft. Seile hängen ins Bild. Verkohlte Sparren, bröckelnde Grabsteine, bandagierte Leichen, Betonbunker. Wie ein schwarzer Faden zieht sich dieses Ambiente durch Daniele Abbados «Attila»-Inszenierung, die als Koproduktion mit Venedigs La Fenice und dem Teatro Massimo in Palermo entstand. Bekanntlich geht es in Verdis neunter Oper...
