Medium der Musik
Das Königliche Theater in Kopenhagen hat viele Chancen verpasst, Inga Nielsen mit ihren Glanzpartien vorzustellen. Der Prophet hat es schwer im eigenen Land. Das Dänische Radio (DR/Danish Broadcasting Corporation) war klüger und hat den Weg der bedeutendsten dänischen Sängerin ihrer Generation durch Live-Mitschnitte und Studioaufnahmen zumindest ein Stück lang begleitet. So kann die Musikwelt nun anhand zahlreicher Tondokumente einen künstlerischen Werdegang verfolgen, der «alles andere war als eine Blitzkarriere», wie die Sopranistin im Booklet ihres CD-Porträts schreibt.
Die ersten Profi-Einspielungen, die als Bonus-Tracks beigegeben sind, stammen aus dem Jahr 1955 und entstanden für Columbia Records. Da war die Sängerin noch nicht mal zehn, aber in Amerika längst ein Star. Noch älter ist die Aufnahme von «The Year’s at the Spring», auf der Inga Nielsen, von ihrem Vater auf dem Klavier begleitet, ihre kindliche Stimme punktgenau und ungemein poetisch auf den Ton bringt. Wenn sie ihren Weg als «Wachsen mit der Stimme» beschreibt, dann vor allem deshalb, weil sie sich stets darum bemühte, «jeden Schritt im Sinne einer natürlichen Entwicklung vorsichtig und bewusst zu gehen. Sonst ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Titel war gut gewählt, denn er formulierte einen ersten Befund: «Angst vor der Zerstörung.» Um Positionen des Musiktheaters (natürlich besonders des Wagner’schen) zwischen Archiv und Erneuerung ging es bei einem hochkarätig besetzten Symposion während der Bayreuther Festspiele. Ein von der FU Berlin und den Festspielen gemeinsam initiiertes Wochenende, bei dem...
Ein Intendanz-Auftakt der leiseren, der eher unspektakulären Art: Tatjana Gürbacas Inszenierung von György Ligetis «Le Grand Macabre», mit der Generalintendant Hans-Joachim Frey als Nachfolger von Klaus Pierwoß seine Bremer Amtszeit beginnen lässt, verzichtet auf den Paukenschlag, der mit diesem so überschäumend vitalen Werk durchaus möglich gewesen wäre, und setzt...
Così fan tutte – so machen’s alle. Nicht aber in Bonn im Falle von Puccinis «La Bohème», einer Oper, der man sich aufgrund vieler klischeehafter Aufführungen eigentlich mit Vorbehalten zu nähern pflegt. Bei Dietrich Hilsdorf jedoch, einem vor Ort seit vielen Jahren vertrauten Regisseur (wenn auch leider nicht mehr im Schauspiel), dürfen Erwartungen an eine...
