Ganz gesanglich, ganz Mensch

Das Wagner-Jahr wirft mit CD-und DVD-Produktionen aus Bayreuth, Berlin, Frankfurt und New York seine Schatten voraus

Eines der aufwendigsten «Ring»-Projekte der letzten Jahre fand an der Metropolitan Opera statt: die viel beachtete Inszenierung von Robert Lepage, die in deutschen Kinosälen zu verfolgen war (vgl. OW 11/2010, 6/2011, 11/2011, 3/2012). Lepage war die Aufgabe zugefallen, die jahrzehntealte und beliebte Otto-Schenk-Inszenierung abzulösen. Jahrelang haben, wie der «Making-of»-Film zeigt, Lepage und sein Team an dieser Produktion gebastelt, dafür einen immensen Aufwand betrieben. Allein die Bühnenmaschine soll Millionen verschlungen haben.

Dazu werden modernste mediale Möglichkeiten eingesetzt, etwa zur Bild- und Lichterzeugung. Das ist wahrhaft großes Kino. Fragt sich nur, wa­rum nun in der vorliegenden DVD-Produk­tion die Kameraführung oft so behäbig ausfällt. Wenn Siegmund in der «Walküre» das Schwert aus dem Eschenstamm herauszieht, dauert es, bis die Totale eingefangen wird, relativ lange. Der Zuschauer ahnt, dass im Hintergrund etwas passiert, aber was? Den Wandel des Bühnenbildes bekommt er erst mit Verspätung geliefert. Insgesamt stehen die Kamerawechsel im Widerspruch zum aufwendigen Regie-Konzept: ein Kopf von links, ein Kopf von rechts, kaum wirkliche Detailaufnahmen im ...

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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 31
von Christoph Vratz