Maß und Mitte

Mozart: Die Zauberflöte
Baden-Baden | Festspielhaus

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Ja, diesem Anfang wohnt ein Zauber inne. Kraftvoll, zugleich behutsam, kurz: raumöffnend die ersten Akkorde der «Zauberflöten»-Ouvertüre. Hier vibratolose Streicher, dort schmetternde Naturtrompeten, deren differenziertes Spiel nicht eine Sekunde die Balance gefährdet. Und kaum hat das fugenähnliche Allegro  begonnen, bringt Yannick Nézet-Séguin das Orchester zum Sprechen, Flüstern, Seufzen, Jubeln.

Der frankokanadische Dirigent, der im September vorzeitig sein Amt als Generalmusikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera antritt, lässt die Kontraste lustvoll aufeinanderprallen, ohne Effekthascherei zu betreiben. Er ist nah bei den Solisten, sorgt mit sprechendem Gestus für Atempausen wie musikalischen Fluss und drückt auch diese, nunmehr sechsten für die Deutsche Grammophon aufgenommenen Mozart-Oper aus Baden-Baden (der fehlende «Idomeneo» ist noch nicht terminiert) mit untrüglichem Gespür für Maß und Mitte seinen Stempel auf.

Da ist es fast schon tragisch, dass ausgerechnet Rolando Villazón, der den Zyklus im Jahr 2011 initiierte und bei allen Produktionen mitwirkte, den Glanz dieser Gala im ausverkauften Festspielhaus trübt. Mit der Baritonpartie des Papageno hat sich der ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Georg Rudiger

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