Maskenspiele, Letzte Tage
Sie reden wieder miteinander. «Alexander Pereira im Gespräch mit Franz-Welser Möst», hieß es in der Einladung zum Pressegespräch vor der «Rosenkavalier»-Premiere. Ein aus der Not geborenes Arrangement, ein Zweckbündnis. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte man sein letztes Hemd verwettet, dass der Herr Generalmusikdirektor von der Wiener Staatsoper nicht mehr nach Salzburg kommt, so lange Pereira bei den Festspielen die Strippen zieht.
Den Stab im Zorn hingeschmissen hatte Welser-Möst, weil der auf Expansion gebürstete Intendant ihm an der Salzach zu wenig Probenzeit für die im vergangenen Sommer mit «Così fan tutte» angeschobene neue Mozart-Da Ponte-Trilogie zugestehen wollte (siehe auch OW 11/2013). Aber dann sprang der für den musikalischen Feinschliff in der «wienerischen Maskerad’» gebuchte Zubin Mehta ab. Und Welser-Möst war frei. Ein verlockendes Angebot – und für Pereira eine unverhoffte Gelegenheit, die (nicht erst durch Welser-Mösts Rückzug vom Zaum gebrochene) lästige Diskussion um die Arbeits- und Probenbedingungen in den Hintergrund zu drängen.
Der zum Herbst nach Mailand wechselnde Managerintendant lässt lieber imposante Zahlen streuen: 270 Veranstaltungen an ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann
Es bietet sich ja wirklich an. Mit großer Geste schwingt die Treppe den Berg hinauf, wie von Skylla und Charybdis flankiert, vom Dom links, von der Sankt Severi Kirche rechts. Man muss schon blind sein, um die Eignung dieses Ortes als Bühne nicht zu erkennen.
Schon wenige Jahre nach der Wende, 1994, hat das Theater Erfurt damit begonnen, hier im Sommer die...
Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht», lassen Mozart und Schikaneder ihren Sarastro im Finale der «Zauberflöte» singen. Als Sonnenkönig dürfte sich auch Siegfried Matthus gefühlt haben, als er im August zum letzten Mal die Gäste bei der von ihm gegründeten Kammeroper Schloss Rheinsberg begrüßte – zur «Zauberflöte» (Regie: Kay Kuntze). Beachtliche 23 Jahre...
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung...
