Manon, Werther & Agitprop

Mit einer neuen DVD-Reihe dokumentiert Arthaus Opernproduktionen aus deutschen Stadt- und Staatstheatern

Die Opernproduktionen deutscher Stadttheater sind flüchtige Güter: Nach oft nicht mal einem Dutzend Vorstellungen verschwinden sie schon wieder vom Spielplan, und während in Italien jede vom Repertoire­wert auch nur halbwegs interessante Produktion ein williges Piratenlabel findet, blieb von den ambitionierten Entdeckungen und Neuinterpretationen hiesiger Opernhäuser bisher nur Schall und Rauch.

Die neue DVD-Reihe, die Arthaus jetzt mit Mitschnitten deutscher Bühnen gestartet hat, füllt mithin nicht nur eine Marktlücke, sondern führt endlich die in der Fachpresse oft gepriesenen Leistungen aus der deutschen Opernprovinz einem überregionalen Publikum vor Augen und Ohren. Denn es sind nicht die ganz großen Häuser, sondern die oft mutigeren mittelgroßen Bühnen, denen das Augenmerk der Arthaus-Produzenten gilt: Als nächste Veröffentlichungen sind «Tristan» und «Hänsel und Gretel» aus Dessau und der «Ring» des Weimarer Nationaltheaters angekündigt – der für Frühjahr 2009 vorgesehene «Tannhäuser» aus Baden-Baden läuft da schon fast außer Konkurrenz.
Aus dem jetzt vorliegenden ersten Schub ist die «Manon Lescaut» aus dem Opernhaus Chemnitz musikalisch sicher die beachtlichs­te Produktion. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 31
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Viel Lärm um nichts

Die Leipziger Opernsaison beginnt mit einem Knalleffekt. Schmetternde Türen und aggressive Buhs lassen die Wände zittern, das Gewandhausorchester mit Leopold Hager am Pult und die Solisten ertrinken im Lärm. Was ist passiert? Ein 29-jähriger Regisseur, Michael von zur Mühlen, hat seine Chance, an einem gro­ßen Haus zu inszenieren, in den Sand gesetzt. Sein...

Auf der Suche nach sich selbst

In Moskau ist seit dem Krieg zwischen Russland und Georgien die Atmosphäre angespannt. Überall spürt man den Druck der Krise. Eine Welle patriotischer Gefühle kam hoch angesichts der russischen Militäraktionen gegen einen kleinen Staat, dem es bis vor Kurzem freundschaftlich verbunden war. Ein anderer Teil der Bevölkerung, zweifellos eine Minderheit, empfindet...

Belcanto mit Joghurt

Doch. Man wird bei Laura Scozzis Neuinszenierung von «Benvenuto Cellini» drei Stunden lang gut, teilweise sogar blendend unterhalten. Aber nach der mit Spannung erwarteten ersten Opernpremiere des neuen Staatsintendanten Peter Theiler vermag ich dennoch nicht in Jubel auszubrechen. Denn der Abend war zwar kurzweilig und in sich stimmig, er bot zum Teil großartige...