Manege frei
Die Produzenten des Gruberova-Labels Nightingale hatten den richtigen ökonomischen Riecher, indem sie diesen «Barbier» erst mal sieben Jahre im Archiv bunkerten: In der Zwischenzeit hat sich der Marktwert des Konzertmitschnitts schätzungsweise verdoppelt. Denn wäre die Aufnahme bereits Ende der neunziger Jahre veröffentlicht worden, wäre sie als reiner Primadonnen-Faartikel über den Ladentisch gegangen – inzwischen aber stellt der Almaviva von Juan Diego Flórez ein ebenso gewichtiges Verkaufsargument dar.
Tatsächlich ist der Auftritt des damals erst 24-Jährigen in der Münchner Philharmonie schon fast ein historisches Dokument: In der Zwischenzeit hat Flórez’ Tenor, wie gerade seine Konzerttournee gezeigt hat, erheblich an metallischer Kontur und Standfestigkeit in der Mittellage gewonnen – in der im November 1997 entstandenen Aufnahme ist dagegen noch mehr von dem Druck hörbar, den Flórez damals für die tiefer gelegenen Passagen der Partie aufwenden musste, zugleich ist die Tongebung aber auch noch weicher, jugendlicher, wenn man so will. Zusammen mit einer jungen Sängerin als Rosina hätte das durchaus ein stimmiges Konzept ergeben können. Doch Edita Gruberova nimmt man zwar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Legende vom Kreuzritter Ernst von Gleichen, der aus siebenjähriger Kriegsgefangenschaft eine orientalische Prinzessin in die thüringische Heimat mitbrachte und daselbst mit Einwilligung seiner ersten Frau sowie des Papstes eine angeblich harmonische Ehe zu dritt geführt haben soll, beschäftigt die Literatur seit Jahrhunderten. Goethe zitiert sie in der...
Die Stadt der Brauereien am Rand des Reviers, die in die nichtindustriell geprägte Landschaft Westfalens hineinlappt – sie besitzt ein Theater mit Geschichte. Vor einhundert Jahren wurde es eröffnet. Seit 1887 gibt es bereits das Philharmonische Orchester. Hier arbeiteten so namhafte Dirigenten wie Wilhelm Schüchter, Hans Wallat, Klaus Weise oder Marek Janowski....
Ein wahrhaft kulinarisches Vergnügen bietet das Buch «Hofoper in Schwetzingen». Es vereinigt die Faktentreue wissenschaftlichen Anspruchs und die exquisite Ausstattung eines «Coffee Table Book». Schön und zuverlässig, genau und sinnlich berichtet es vom ältesten erhaltenen Rangtheater in Deutschland. 1753 wurde das Schlosstheater in der Sommerresidenz des...
