Manege frei
Die Produzenten des Gruberova-Labels Nightingale hatten den richtigen ökonomischen Riecher, indem sie diesen «Barbier» erst mal sieben Jahre im Archiv bunkerten: In der Zwischenzeit hat sich der Marktwert des Konzertmitschnitts schätzungsweise verdoppelt. Denn wäre die Aufnahme bereits Ende der neunziger Jahre veröffentlicht worden, wäre sie als reiner Primadonnen-Faartikel über den Ladentisch gegangen – inzwischen aber stellt der Almaviva von Juan Diego Flórez ein ebenso gewichtiges Verkaufsargument dar.
Tatsächlich ist der Auftritt des damals erst 24-Jährigen in der Münchner Philharmonie schon fast ein historisches Dokument: In der Zwischenzeit hat Flórez’ Tenor, wie gerade seine Konzerttournee gezeigt hat, erheblich an metallischer Kontur und Standfestigkeit in der Mittellage gewonnen – in der im November 1997 entstandenen Aufnahme ist dagegen noch mehr von dem Druck hörbar, den Flórez damals für die tiefer gelegenen Passagen der Partie aufwenden musste, zugleich ist die Tongebung aber auch noch weicher, jugendlicher, wenn man so will. Zusammen mit einer jungen Sängerin als Rosina hätte das durchaus ein stimmiges Konzept ergeben können. Doch Edita Gruberova nimmt man zwar ...
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Wenn Levine die Keule auspackt, steht das Orchester stramm. Wenn gegen Ende des Prologs und vor Eintritt in die erste Tür Béla Bartók kurze, knackige Crescendi fordert, wenn hier das bange Ende von «Blaubarts Burg» im Zeitraffer vorweggenommen wird, hält die Neuaufnahme mit den Münchner Philharmonikern treffliche Momente bereit.
Auch wenn bei der «siebten Tür» das...
Gerade einmal elf Jahre sind verstrichen, seit das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, neben der seit 1882 in Bau befindlichen Kathedrale «La Sagrada Familia», das Heiligtum der katalanischen Kulturnation, bis auf die Grundmauern niederbrannte. Doch schon vor der Jahrtausendwende, am 7. Oktober 1999, konnte das Haus an den Ramblas seine Pforten wieder öffnen – im...
Dass dieser Herr Brouˇcek eigentlich ein unangenehmer Zeitgenosse aus der Abteilung Vermieter, Spießbürger oder Opportunist sein soll, merkt man in Matthias Oldags Inszenierung nicht so sehr. Man hört es aber auch in Janaˇceks Musik nicht wirklich heraus. Herr Brouˇcek trinkt vor allem gern mal einen über den Durst, und dann sieht er nicht nur eine, sondern zwei...
