Wenig Neues, kaum Extremes

... und eine Beethoven-«Leonore», die den Nerv der Zeit traf: Rückblick auf die Moskauer Musiktheatersaison 2014/15

Mit szenischen Glanzleistungen haben die Moskauer Opernhäuser ihr Publikum in der vergangenen Spielzeit zwar nicht verwöhnt – es gab wenig Neues und kaum Extremes zu sehen –, doch musikalisch lohnte mancher Abend den Gang ins Theater. Tugan Sokhiev etwa gab mit einer konzertanten Aufführung von Tschaikowskys «Jungfrau von Orléans» seinen Einstand als Musikchef des Bolschoi Theaters.

Er zog das Stück als monumentales Fresko auf, verlor sich nicht in Nebensträngen, legte den Fokus ganz auf die geistige Kraft der Titelfigur – Anna Smirnova gab als charismatische Johanna ihr Bolschoi-Debüt.

Robert Carsens Varieté-«Rigoletto» aus Aix-en-Provence (siehe OW 9-10/2013) sprach aufgeschlossene Gemüter an, während der konservative Teil des Publikums sich über zu viel nackte Haut empörte. Im Ansatz kühn auch Irina Lychaginas Idee, in Glucks «Orfeo ed Euridice» den Mythos mit der Lebensgeschichte Marie Antoinettes zu verknüpfen. Der szenischen Umsetzung fehlte leider der Biss – gefällige Posen dominierten.

An der Novaya Opera brachte Vasily Valitov, seit 2010 Dirigent am Haus, mit dem Nikolayev Youth Symphony Orchestra of Russia und dem hauseigenen Kammerchor «Iphigénie en Tauride» so ...

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Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Alexej Parin