Stille und Ausbruch

Beim letzten Weimarer Kunstfest Nike Wagners dirigiert Salvatore Sciarrino seinen «Lohengrin»

Das spätsommerliche Kunstfest «pèlerinages» in Weimar, das Nike Wagner zehn Jahre lang in der Stadt Goethes, Schillers und ihres Ururgroßvaters Franz Liszt geleitet hat, wollte von Anfang an mehr sein als nur eines unter anderen Musikfestivals.

Die Urenkelin Richard Wagners trat die zweiwöchige «Pilgerfahrt» der Künste und der Künstler alljährlich und nun zum letzten Mal an, um mit dramaturgischer Hellsicht die Fäden zu knüpfen, das Alte und das Neue ästhetisch ineinanderlaufen zu lassen, die Sparten gesamtkunstwerkhaft zusammenzudenken – Musik, Oper und Tanztheater, bildende Künste und Performance, Literatur und Film, dazu Lesungen, Round Tables. Und da die Bühne Weimars nicht nur klassisch leuchtet, vielmehr in der Vergangenheit politisch düster war, hat Nike Wagner ihr Kunstfest stets mit dem «Gedächtnis Buchenwald» eröffnet: Das Konzentrationslager der Nazis befindet sich auf dem nahe gelegenen Ettersberg.

Neben dem Finalissimo, einem Marathon-Konzert mit den zwischen 2004 und 2013 als «Artists in residence» nach Weimar geladenen Künstlern – hochkarätige Musiker wie Tabea Zimmermann, Carolin und Jörg Widmann, András Schiff und Gidon Kremer – bedeutete der Auftritt des ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Wolfgang Schreiber