Schadensbegrenzung

Leipziger Turbulenzen I: Warum Riccardo Chailly keine Lust mehr auf Oper hat und was er vom modernen Regietheater hält

Es ist das alte Lied: Hinterher will es niemand gewesen sein. Steckt der Karren erst mal im Dreck, fragen sich alle mit ernster Unschuldsmiene, wie er wohl dahin gekommen ist. Dann hebt die Suche nach den Schuldigen an, und dabei wird der Zeigefinger gern auf Mitfahrer gerichtet, die erst aufgesprungen sind, als das Gefährt längst auf falschem Kurs war. In diesem Stadium wird viel und aufgeregt geredet – selten mit­einan­der, umso mehr übereinander. Wenn nun noch Marktschreier auftreten, die für die eine oder andere Partei Stimmung machen, ist die Malaise perfekt.


So wie in Leipzig. An den jüngsten Turbulenzen um die dortige Oper lässt sich exemplarisch ablesen, wie dieser Mechanismus funktioniert. Da bestellt die Stadt einen Star-Dirigenten zum Generalmusikdirektor der Oper, der nie einen Zweifel daran ließ, dass er den Schwerpunkt seiner Arbeit als Konzertkapellmeister des Gewandhausorches­ters sieht. «Die Verabredung mit dem Oberbürgermeister war, dass in Abstimmung mit dem Orchestervorstand und mir ein Musikdirektor und ein Ständiger Gastdirigent verpflichtet werden, die sich um die Opernarbeit des Orchesters kümmern», erklärt Riccardo Chailly im Gespräch mit dieser Zeitschrift. ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Magazin, Seite 34
von Albrecht Thiemann

Vergriffen