Radikal experimentell?

Ben Frosts «The Wasp Factory» und Olga Neuwirths «American Lulu» bei den Bregenzer Festspielen

Lärm. Bevor es losgeht, hebt im Dunkel der Werkstattbühne ein infernalischer, industrieller Lärm an, der so überfallartig einsetzt, wie er gleich wieder vorbei ist. Für diesen Moment waren zuvor Ohrstöpsel verteilt worden. Für das, was danach kommt, braucht man sie nicht. Aber auch ohne Krach ist «The Wasp Factory» ein düsteres, suggestives und beklemmendes Stück Musiktheater.



David Pountney, Intendant der Bregenzer Festspiele und als solcher auch für die von Laura Berman kuratierte Reihe mit dem leicht drolligen Titel «Kaz – Kunst aus der Zeit» verantwortlich, meinte im Gespräch, man habe die für Experimente vorgesehene Reihe etwas radikalisieren müssen, seit man im Festspielhaus entweder Uraufführungen oder entlegene Entdeckungen zeige. Also: Auf der Seebühne wird das Geld verdient, im Festspielhaus erweitert man kontinuierlich das Repertoire, und «Kaz» ist für Dinge reserviert, von denen nicht nur mancher Vorarlberger bislang kaum zu träumen wagte.

Mit «The Wasp Factory» gelingt diese Radikalisierung sehr gut. Als Vorlage dient der gleichnamige Roman von Iain Banks – ein rabenschwarzes Psychomonstrum über zwei Brüder, von denen der eine drei Kinder getötet hat und später allein ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Egbert Tholl