Ohne Rückendeckung

Die Kölner Oper, einst eines der wichtigsten Häuser Europas, rutscht tiefer in die Krise

Es ist ruhig geworden um die Kölner Oper. Nach den Eruptionen, mit denen die kurze Intendanz von Uwe-Eric Laufenberg zu Ende gegangen ist, mag man das als Wohltat empfinden. Doch die Ruhe ist teuer erkauft: Der Spielplan wird drastisch ausgedünnt, die Mittel schrumpfen, und hinter den Kulissen köcheln noch immer die gleichen Querelen.

Produktionen von hohem Rang wie «Die Krönung der Poppea» (Junghänel/Hilsdorf, 2010) oder «Krieg und Frieden» (M.

Sanderling/Brieger, 2011) hat man seit dem Ende der Ära Laufenberg nicht mehr gesehen; von teuren Großprojekten wie Stockhausens «Sonntag aus LICHT» zu schweigen. Auch fehlen Ideen für eine kreative Überbrückung der «Umbauspielzeit», die Erschließung neuer Räume in der Stadt (unter Laufenberg ein Markenzeichen). Schlimmer noch: Der Mietvertrag für die interessanteste Ausweichspielstätte, das Palladium, lief zum Jahresende aus. Woran Intendantin Birgit Meyer keine Schuld trägt – die Verträge wurden geschlossen, als der anderthalbjährige Aufschub der Opernsanierung noch nicht abzusehen war. Als sich herausstellte, dass das Haus am Offenbachplatz frühestens 2015 wieder zur Verfügung steht, war das Palladium bereits anderweitig vermietet.

Den ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Ingo Dorfmüller