Apropos ... Händel

Mit Oper hat Max Emanuel Cencic früh angefangen: Schon als Sechsjähriger sang er im kroatischen Fernsehen Mozarts «Königin der Nacht». Den hohen Tönen ist er auch über den Stimmbruch hinaus treu geblieben: erst als Sopranist, seit 2001 als Countertenor. In der Neuinszenierung von Händels «Giulio Cesare» an der Dresdner Semperoper hat er ab dem 13. Dezember Gelegenheit, seine klangvolle Stimme und sein Schauspieltalent zu zeigen. In der Inszenierung von Jens-Daniel Herzog übernimmt er den Part des fiesen Pharao Tolomeo.

Herr Cencic, als Countertenor haben Sie dieses Jahr noch mehr Händel singen müssen als sonst. Ermüdungserscheinungen?
Das nicht, aber schon ein gewisses Bedauern, dass doch nur immer wieder die gleichen Händel-Opern gespielt werden. Warum muss es immer «Giulio Cesare» sein – und nicht mal «Floridante»? Inzwischen sind doch fast alle Händel-Opern in guten CD-Aufnahmen erhältlich – da ist es nicht schwer, sich ein weniger bekanntes Werk auszusuchen.

Beim «Giulio Cesare» haben Sie die Auswahl zwischen drei Counter-Rollen.

Warum singen Sie eigentlich nicht die Titelpartie?
Weil sie mir zu undankbar ist. Cesare ist eine typische Senesino-Rolle, ähnlich wie der Andronico im «Tamerlano»: Man steht viel herum und singt, aber am Ende interessiert es keinen. Deshalb singe ich lieber den Sesto oder wie jetzt in Dresden den Tolomeo: Die Rolle ist zwar kurz, aber man kann alle Register des Fieslings effektvoll ausspielen. Die Uraufführungsinterpretin Margarita Durastanti muss eine ausgezeichnete Darstellerin gewesen sein. Das merke ich immer wieder, wenn ich Rollen singe, die Händel für sie geschrieben hat.

So wie Ihr Kollege Philippe Jaroussky sein Alter Ego im Kastraten Carestini gefunden hat, ...

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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Königsdorf

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