Wahrhaft schutzlos

Zum Tod von Hildegard Behrens

Hildegard Behrens starb überraschend. Eine Hirnblutung. In Japan war sie zum Kusatsu-Festival eingeladen und wollte auch unterrichten. Sie wurde 72 Jahre alt. Wer sich das Besondere ihres Singens und ihres Künstlertums in Erinnerung rufen will, sollte das nicht von den großen Erfolgsjahren mit Wagner und Strauss her tun, sondern von den Anfängen. Hildegard Behrens kam 1971 ans Studio der Deutschen Oper am Rhein, da hatte sie ihr Jurastudium bereits bis zum Staatsexamen betrieben, auch Klavier und Geige gelernt.

In den ersten Jahren sang sie Rollen wie Fiordiligi, Agathe, Elsa – Lyrisches also. Die Stimme war schön, ungewöhnlich rund und hatte eine strahlende, relativ voluminöse, gleichwohl unforcierte Höhe. Das blieb auch so, nachdem Behrens bei einer Düsseldorfer Probe Herbert von Karajan aufgefallen war (mit der Partie der «Wozzeck»-Marie) und 1977 und 1978 in Salzburg als Salome ihren Durchbruch gefeiert hatte. Ich erinnere mich an eine «Rusalka» 1981 im Münchner
Nationaltheater, bei der alle Vorzüge dieser Stimme perfekt zum Tragen kamen und die viel unterschätzte Titelrolle (an der Seite von Kurt Moll als Wassermann) bewegendes Profil bekam. Überhaupt hat Behrens in München ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: magazin, Seite 74
von Stephan Mösch

Vergriffen