Gefiederte Klänge

Die Estnische Nationaloper in Tallinn feiert ihren 100. Geburtstag mit einer Uraufführung: «Liblikas» von Tonu Korvits

Himmlisch fängt sie an, Tonu Korvits’ erste großformatige Oper. Sanftes Läuten in der Celesta, aufgefangen vom Vibraphon, fortgesponnen von der Harfe. Dann die Streicher, Sekundschwingen im Pianissimo. Eine melancholische Akkordfolge in den Holzbläsern, die im Verlauf der Oper immer wiederkehren wird. Verwunschene Trompetenklänge, con sordino. Und aus einer Reihe im Parkett erhebt sich eine Tenorstimme zum Prolog.

Die Handlung des Zweiakters: Erika ist die Tochter eines Müllers und eines Vogelweibchens, das eines Tages seine Federn ablegte, um ein Menschenleben zu führen.

Dieses Erbe macht aus Erika eine begnadete Tänzerin. Am Theater trifft sie August, sie verlieben sich, obwohl die Vögel sie warnen: Bald kommt die Kälte, dann muss sie mit ihnen fort, wenn sie überleben will. Erika beschließt, auf den Schutz des Theaters und der Liebe hoffend, bei August zu bleiben – und stirbt in seinen Armen.

Eingeschoben sind Szenen aus «Hamlet», der historischen Eröffnungspremiere des Estnischen Nationaltheaters, mit einer Erna als Ophelia und einem Theodor als Hamlet. Erna weist August in die Geheimnisse des Theaters und ihrer Kunst ein. Die vier ­Figuren haben reale Vorbilder: die Tänzerin ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Wiebke Roloff