Die Mischung macht's

Mozart, Rossini, Verdi, Offenbach und eine Uraufführung: das Sommerfestival der Santa Fe Opera

Die Santa Fe Opera ist ein Phänomen. Weltweit gibt es wohl keine zweite Kompanie vergleichbarer Größe in einer derart dünn besiedelten Gegend, die so viele Besucher anzieht. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Auslastung bei 91,3 Prozent, dieses Jahr könnte es noch mehr sein – Intendant Charles MacKay verkündete kürzlich stolz, grob gerechnet entspreche die Zahl der verkauften Tickets bereits der Einwohnerzahl der Stadt.

Und so lange man mit Produktionen wie Rossinis «La donna del lago» aufwartet, dürfte das auch so bleiben.

Regisseur Paul Curran hob weniger auf das glühende Pathos von Sir Walter Scotts Vorlage ab, sondern entwarf an einem kahlen Berghang (Bühne: Kevin Knight) eine brutale Welt der Familien- und Stammesfehden. Ihm gelang eine ungemein fesselnde Inszenierung, die bei aller Spannung genug Raum für Rossinis fein komponierte Naturszenen ließ. Während die ausgedehnten Chöre und Ensembles die barbarischen Sitten des schottischen Clan-Alltags drastisch veranschaulichten, offenbarte sich in den Solopartien insbesondere von Elena, Giacomo und Malcom der Wunsch nach einem zivilisierteren Leben, in dem auch den Unterdrückten Recht widerfährt – eine Lesart, die ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Simon Williams