Auf dem Weg in die Moderne

Die Oper Halle entdeckt «Schahrazade» von Adornos frühem Kompositionslehrer Bernhard Sekles

Vierzig Jahre und mehr mussten vergehen, bis die von den Nazis geächteten jüdischen Komponisten einer «gemäßigten Moderne» in Deutschland öffentlich rehabilitiert und wieder gewürdigt wurden – Namen wie Berthold Goldschmidt, Victor Ullmann, Hans Krása, Erwin Schulhoff, die, anders als die Schönberg-Schule, nicht als Wegbereiter einer mächtigen, exponierten Komponierrichtung vereinnahmt und gewissermaßen kanonisiert werden konnten. Zu ihnen muss man auch den Frankfurter Tonsetzer Bernhard Sekles (1872-1934) zählen.

Er kam bei den neuen Aktivitäten um «entartete Musik» bislang zu kurz. Adorno-Lesern dürfte er nicht ganz unbekannt sein, denn der Philosoph und Musiker, als Jugendlicher in Frankfurt Privatschüler von Sekles, erwähnt ihn in seinen Schriften hier und da achtungsvoll. Er konnte wohl auch dem Lehrer einiges beibringen: handwerkliche und ästhetische Aktualitäten aus der Werkstatt der Zweiten Wiener Schule, der sich Adorno in den 1920er-Jahren als Schüler Alban Bergs intensiv verband. Etwa in den «Gesichten» op. 29 für kleines Orchester, 1923 vom damals in Frankfurt als Konzertdirigent tätigen und rührig um Zeitgenössisches bemühten Hermann Scherchen uraufgeführt – hier sind ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Hans-Klaus Jungheinrich