Apropos... Langer Marsch

Mit dem Dirigenten Constantin Trinks ging es stetig bergauf – bis ein Eklat in Darmstadt seiner Karriere einen Schlag versetzte. Jetzt ist er wieder da. Fast überall. Am 2. November etwa steht in Zürich seine nächste Opernpremiere an: Benjamin Brittens «The Turn of the Screw»

Herr Trinks, bevor Sie einem größeren Publikum bekannt ­wurden, haben Sie den langen Marsch durch einige Kleinstädte hinter sich gebracht. Wie viele junge Dirigenten tun das heute?
Mein Weg war der des klassischen deutschen Kapellmeisters. Diesen Weg schlagen immer noch viele junge Dirigenten ein. Sie ­fangen als Korrepetitoren an – sofern sie Klavier spielen können.

Also kommen die meisten Dirigenten immer noch von der Oper?
Zumindest bleibt die Oper auch heute der klassische Einstieg in diesen Beruf.

Ich habe schon während des Studiums Oper dirigiert, bin damals für den ­erkrankten Chordirektor bei Henzes «Jungem Lord» in Karlsruhe eingesprungen. Ich wurde dem stellvertretenden Chordirektor zur Seite gestellt. Schließlich sagte man: Wir brauchen einen Gastkorrepetitor. Während der letzten drei Jahre des Studiums habe ich bereits drei bis vier Produktionen pro Spielzeit auf diese Weise betreut.

Was ist der Vorzug eines Anfangs in der Oper?
Man hat dort viel mehr Zeit zur Vorbereitung – zumindest wenn man an den szenischen Proben teilnimmt. Man lernt Flexibilität, weil ständig etwas passieren kann. Außerdem betrachten Opernorchester Konzerte als Visitenkarte, so dass einem hier größere ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Kai Luehrs-Kaiser