Lyrische Kostbarkeiten
Unter den 768 Werken von Franz Liszt, die in Grove’s Dictionary of Music verzeichnet sind, finden sich rund achtzig Lieder – von Nummer 269 bis 350. Bevor er das erste schrieb («Angiolin»), hatte er schon Lieder von Rossini, dann vor allem von Schubert transkribiert. Über seine frühen Lieder bemerkte Liszt in einem Brief, sie seien «meistens zu aufgebläht sentimental und häufig allzu vollgestopft in der Begleitung». Knapp zwei Dutzend hat er deshalb in seiner Weimarer Zeit bearbeitet. Manche liegen sogar in drei oder vier Fassungen vor.
Die Revisionen sind so einschneidend, dass sie neuen Vertonungen gleichkommen.
In 57 Fällen hat Liszt deutsche Texte vertont. Für ihre Anthologie haben Diana Damrau und ihr famoser Partner Helmut Deutsch sechzehn ausgewählt – und dazu die drei Petrarca-Sonnette, die eher als Klavierstücke («Années de Pelerinage») bekannt sind. Es handelt sich um wahrhaft opernaffine Gesänge, und es ist wahrscheinlich, dass Liszt beim Komponieren durch die Stimme Giovanni Battista Rubinis inspiriert war, der in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts an seinen Tourneen beteiligt war. Dass der Ambitus bis zum hohen Cis reicht, könnte sogar ein Hinweis darauf ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 28
von Jürgen Kesting
Sänger, die sich am eigenen Stimmklang berauschen und diesen Rausch inhaltsleer aufs Publikum übertragen, die jede tiefere, übers Gesangsplakat hinausgehende dramatische Aussage über eine Figur verweigern, sind traditionelle Feindbilder des Musiktheaters. Virulent werden diese nun erneut bei Angela Gheorghius neuem Studio-Recital «Homage to Maria Callas». Denn was...
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und...
Die Zeitgenossen waren sich einig, dass ein Fluch über dieser Oper schwebt. Erst hinderte der Tod den Komponisten Jacques Offenbach 1880 an der Vollendung seiner «Contes d’Hoffmann», dann brannte bei der Wiener Erstaufführung die Hofoper nieder, einige Jahre später auch der Ort der Uraufführung, die Pariser Opéra-Comique. Immer ging wertvolles Aufführungsmaterial...
