Luftsprung des Glücks
Der Prinz ist amoureux; es klingt ein wenig wie akustisches Parfüm, wenn er vom bezaubernd schönen Bildnis des ihm noch unbekannten Mädchens schwärmt: «Ô douce et charmante inconnue / Qui vient de t’offrir à mes yeux». Wobei es sich hier, eingespielt vom renommierten «Le Concert Spirituel» unter Hervé Niquet mit dem Tenor Mathias Vidal, musikalisch durchaus um die bekannte Arie Taminos aus Mozarts «Zauberflöte» handelt.
Und nicht etwa um eine Aufbereitung aus «Les Mystères d'Isis» (1801), der französischen Bearbeitung von Mozarts Oper durch den Komponisten Ludwig Wenzel Lachnith und den Librettisten Étienne Morel de Chédeville. Doch auch Letztere haben die Musiker von «Le Concert Spirituel» auf Silberscheibe gebannt (mit Diego Fasolis am Pult als Einspringer für den damals erkrankten Hervé Niquet) und 2015 bei Glossa veröffentlicht.
Möglicherweise entstand bereits damals der Wunsch einer Einspielung des Originals in französischer Übertragung. Auf jeden Fall verkündet die vorliegende Aufnahme von «La Flûte enchantée» das Französische quasi als Luftsprung des Glücks: «Chanté en français!». Die Landessprache soll dem heimischen Publikum wohl einen direkteren Zugang zum Werk ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché
Müll, Müll, überall Müll. Sperrgut, Dreck, Schrott, Waschmaschinen, zerfetzte Sofas, ein Supermarkteinkaufswagen, mittendrin ein mächtiger toter Baum auf der Bühne des Nationaltheaters Mannheim. Lemurenhafte Gestalten, einige tragen Gasmasken, streifen herum, suchen Nahrung. Verheerungen eines Kriegs. Der Dreißigjährige im 17. Jahrhundert war das Trauma der...
Kommt man nach einiger Zeit wieder nach Paris, so ist man erneut gepackt von der Schönheit, Pracht, Vitalität und Dynamik der Stadt. Die trostlosen Fernsehbilder menschenleerer Straßen während des Lockdowns noch im Gedächtnis, ist man schier perplex, wie rasant das öffentliche Leben wieder Fahrt aufgenommen hat, nicht nur im gewohnt tosenden Verkehr. Auch die...
Schon Tonart und Taktart verheißen viel Gutes. In lichtdurchflutetes G-Dur kleidet Händel die Arie seiner Titelheldin kurz vor Ende des zweiten Akts von «Rodelinda, Regina de’Longobardi» und wählt dazu einen sanft schaukelnden 12/8-Takt. Und so wiegt sie ihren Kopf hin und her, die Königin, und hofft, der Geliebte möge bald schon an ihrer Seite sein: «Ritorna, o...
