Luft nach oben
Es ist schon merkwürdig, dass die größten Wachstumsraten im Bereich der britischen Opernszene auf dem Lande zu verzeichnen sind. Jeden Sommer scheinen abseits der Städte neue Festivals aus dem Boden zu schießen und sich die bereits bestehenden zu vergrößern – ob sie nun alljährlich die Spielzeit verlängern oder das Programm immer ambitionierter aufziehen.
Jüngster Beleg für diesen Trend: die Eröffnung eines neuen Opernhauses in Nevill Holt, einem Flecken in Leicestershire mit kaum 100 Einwohnern.
In einem von Stallungen gesäumten Hof des Anwesens, das dem Milliardär David Ross gehört, gibt es zwar schon seit 2003 Sommeroper – in Form von Gastspielen der Grange Park Opera, auf provisorischer Bühne –, doch mit der Verpflichtung des Dirigenten Nicholas Chalmers stieg der Ehrgeiz: 2013 präsentierte man mit der «Zauberflöte» die erste eigene Produktion. Nun steht eine brandneue, vom renommierten Londoner Architekturbüro Witherford Watson Mann entworfene Spielstätte mit 400 Plätzen und einem Orchestergraben für 50 Musiker zur Verfügung. Eröffnet wurde das neue Theater am 14. Juni mit einer ziemlich konventionellen Produktion von Mozarts «Figaro», in der Joe Austin die Inszenierung ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 99
von George Hall
Der Mann mit der hohen Stirn, der wie bestellt und nicht abgeholt vor einem leeren Geschäftsportal sitzt, an einem Sonntagmorgen in einer menschenleeren Straße (vielleicht im New Yorker Greenwich Village) – ja, irgendwie könnte es auch Hanns Eisler sein. Freilich, Edward Hoppers Gemälde «Sunday» entstand bereits 1926, zwölf Jahre vor Eislers Ankunft in New York....
Sie steht ganz oben auf der Karten-Fahndungsliste der Bayreuth-Pilger: Barrie Koskys Inszenierung der «Meistersinger von Nürnberg» avanciert schon in ihrem zweiten Jahr zum Publikumsfavoriten; nach Stefan Herheims legendärem «Parsifal» bildet sie das zweite solitäre Regieereignis der Richard-Wagner-Festspiele im 21. Jahrhundert. Weil das schon im vergangenen...
Die am hellsten leuchtenden Sterne, die beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele aufgegangen sind, waren bisher Mirga Gražinytė-Tyla und Lorenzo Viotti. Aber auch die anderen Sieger des seit 2010 mit Unterstützung eines Nahrungsmittelkonzerns durchgeführten Concours, von David Afkham bis Kerem Hasan, können schöne Erfolge vorweisen. Insofern war man...
