Liebesfrust und -lust
Das «Prima la musica»-Postulat in der Oper, so obsolet es ohnehin ist, kann bei einem Werk wie Verdis «Falstaff» geradezu zerstörerische Wirkung haben, denn hier haben wir es mit dem Idealfall einer Symbiose von Text und Musik im Dienste des Theaters zu tun.
Als Carlo Maria Giulini diese Musikkomödie vor fünfundzwanzig Jahren in identischer Besetzung in Los Angeles und London dirigierte, hatte er dem Theater längst angewidert den Rücken gekehrt und sich für dieses Comeback eines Regisseurs (Ronald Eyre) versichert, der nicht viel mehr als ein Lakai gewesen sein kann: Er riskiert nicht einmal in Ansätzen eine Inszenierung, sondern arrangiert dirigentenfreundlich ein Konzert in Kostümen. Von den fünf Produktionen, die in den letzten Monaten als DVD neu oder wieder aufgelegt wurden, ist dieser mit Neugier erwartete Londoner Mitschnitt die uninteressanteste und für den, der die amerikanische Version als Platte besitzt, eine herbe Enttäuschung. Allerdings ist auch Giulinis musikalische Auffassung dieses Spätwerks Geschmackssache. Man kann sie mit freundlicher Anerkennung als abgeklärt bezeichnen, vom Sarkasmus und gelegentlich brüllenden Witz in der Partitur ist nicht viel zu hören. ...
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Der Regisseur, sagte die Komponistin vor der Uraufführung, habe ihre «Unzufriedenheit» bemerkt. Sie müsse aber achtgeben, was sie über die Inszenierung sage, denn «ich will keinen Skandal». Er, das ist der 73-jährige Bühnenkünstler Achim Freyer, sie die 45-jährige, aus Korea stammende Komponistin Unsuk Chin, die Lewis Carrolls Kinderbuch für Erwachsene «Alice in...
Wie eigentlich immer bei solchen Geschichten, so war es auch dieses Mal. Seit Monaten spazierte der Rumor durch die sächsische Provinzmetropole. Alle in der Szene wussten Bescheid, längst war beschlossen, was zu tun sei. Fraglich war nur noch der Zeitpunkt der Tat. Am 19. Juni 2007 schließlich war es so weit. Die Kunde wurde ins Land hinausgetragen. Doch schon die...
Nach der Maxime Senecas, dass «wahre Freude eine ernste Sache» ist, hat Ulrich Schreiber gelebt und gearbeitet. Er war nicht ganz unschuldig daran, dass ich mein Berufsleben bei der Kölner Electrola begann. Dort habe ich ihn als Theater- und vor allem als Schallplatten-Kritiker der «HiFi-Stereophonie» erlebt, von dem nichts weniger zu erwarten war als...
