Liebesfreud und -leid

Patrick Grahl und Daniel Heide mit Liedzyklen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven

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Bei der Lektüre von Patrick Grahls klugem Booklet-Beitrag zum vorliegenden Liedalbum könnte man auch an Moritz von Schwinds berühmte Zeichnung «Ein Schubert-Abend bei Josef von Spaun» denken: Franz Schubert am Klavier, links neben ihm der Hofopernbariton Johann Michael Vogl, um sie gedrängt die Freunde. Grahl geht es freilich um Mendelssohn; er bezieht sich im Zusammenhang mit dem Liedœuvre dieses Komponisten auf die (Bürger-) Stube als soziologischen Ort, als kreatives Zentrum, ein in diesen Zeiten doch wieder aktueller Ansatz.

In seiner CD legt er neun Lieder Mendelssohns, darunter auch das weithin populäre «Auf den Flügeln des Gesanges», quasi als exzellente Pufferzone zwischen zwei der bekanntesten Liedzyklen, Beethovens «An die ferne Geliebte» (1816) und Schumanns «Dichterliebe» (1840).

Ist bei Mendelssohn neben der für Grahl typischen intelligenten Gestaltung nach eigenem Bekenntnis auch die naive Freude des ehemaligen Thomaners Ausgangspunkt der Interpretation, nimmt er bei Schumann, aber auch Beethoven eher eine Mauerschau-Perspektive ein, als sich mit dem Lyrischen Ich zu identifizieren – wohl ganz im Sinne der Komponisten. Weswegen es auch müßig ist zu fragen, ob diese ...

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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Gerhard Persché

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