Liebe, Krieg und Sardellen
Es ist schon etwas anderes, wenn die amerikanische Flagge mit ihrem Versprechen von Freiheit für jedermann im Opernhaus einer Stadt erscheint, deren Flughafen «George Bush» heißt, und wenn die «Stars and Stripes» immer dann aus dem musikalischen Fluss auftauchen, wenn auf der Bühne gelogen wird: Die «Butterfly»-Inszenierung, mit der Francesca Zambello vor sechs Jahren an der Houston Grand Opera eine ihrer besten Arbeiten gelang, arbeitet mit dem Trick, dass zentrale Szenen in das amerikanische Konsulat verlegt werden, wo die japanische Bevölkerung als Bittsteller auftritt und Kollabor
ateur Goro seine einträglichen Vermittlungsgeschäfte betreibt. Im klaren Bühnenbild von Michael Yeargan wirkt das gänzlich unaufdringlich und spricht doch die deutliche Sprache der Wahrheit – eine kluge Form der Aktualisierung.
Das Haus hat die Inszenierung zum Auftakt seiner Jubiläumssaison wieder aufgenommen und für DVD aufzeichnen lassen. Patrick Summers, Musikchef seit fünf Jahren, dirigiert unspektakulär, bevorzugt langsame Tempi, setzt lieber auf Intensität. So wird dem Stück jedwede Sentimentalität ausgetrieben, und es erglüht von innen. In Patricia Racette hat Summers eine bewährte Partnerin ...
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Es ist kalt im Staate Allemonde: Erstarrt und schneebedeckt sind die Natur und die grau-schwarz gesprenkelten Gemäuer, kalt und leblos sind die Seelen. Die Erstarrung zeigt sich in den Kostümen: Je älter die Figur, umso ähnlicher wird sie den Mauern. Stellvertretend für die zu echter Kommunikation unfähigen Kreaturen wird mit Puppen, Doppelgängern und...
Zu ihrem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr blieb es ziemlich still. Auch ihre exklusive Schallplattenfirma, bei der sie zwei Dutzend komplette Opern und zahlreiche Lied-Recitals eingespielt hat, sah keinen Anlass für eine Jubiläums-Edition. Dankenswerterweise hat das Label Testament in den letzten Jahren einige ihrer wichtigsten Aufnahmen auf CD neu...
Das für 106 Millionen Pfund (zirka 150 Millionen Euro) errichtete «Wales Millenium Centre», ein neues internationales Theaterzentrum, öffnete Ende November 2004 in Cardiff seine Pforten. Die Bezeichnung «Opernhaus» wurde vermieden – einerseits, weil man sich breitere öffentliche Akzeptanz erhofft, und zum anderen, weil man jede Erinnerung an das fehlgeschlagene...
