Liebe auf den dritten Blick

Die junge Mezzo-Sopranistin Daniela Barcellona über den richtigen Atem, die Modernität der Barockoper und den Reiz, einen Mann darzustellen

Frau Barcellona, haben Sie Oper in Ihren Genen?
Nicht unbedingt. Zwar sagt man uns Italienern das im Allgemeinen nach, doch ich fühlte mich nicht zur Sängerin geboren, wollte zunächst etwas anderes machen, etwas, das mit Sprachen zu tun hat. Freilich  hat man in meiner Familie die klassische Musik immer schon geliebt. Meine Eltern hörten sich Opern­übertragungen im Rundfunk an, später im Fernsehen, und auch ich habe schon als kleines Mädchen gebannt zugehört. Wenn es traurig endete, und das ist bei Opern ja nicht so selten der Fall, soll ich heftig geweint haben.

Damals war ich höchstens drei. Meiner Mutter gefiel mein Interesse, auch, weil ich zwei, drei Stunden wirklich Ruhe gab, was für ein so kleines Kind ja nicht normal ist. Und, weil ich mich für diese Musik begeisterte. So haben meine Eltern mir ein Kinderklavier gekauft, und ich habe darauf Melodien nachgespielt, die ich im Radio gehört hatte, und auch nachgesungen. In der Schule habe ich im Chor mitgesungen, trat in diesem Rahmen sogar als Solistin auf, auch in der Kirche. Dann habe ich begonnen, Klavier zu studieren, und nebenbei gesungen, und langsam kris­tallisierte sich heraus, dass ich genug Stimme für «höhere ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: Interview, Seite 38
von Gerhard Persché

Vergriffen
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