Licht im Dickicht

Franz Welser-Möst und David Pountney entfalten in Zürich den Zauber von Strauss’ «Die Frau ohne Schatten»

Fünf Fischlein kommen geflogen und landen zielsicher in der Pfanne. Fliegend bewegen sich auch die Kaiserin und ihre Amme aus dem Feenreich fort. Haarbänder aus Perlen und Edelsteinen lassen sich mir nichts, dir nichts aus der Luft greifen. Unverhofft und urplötzlich hält der beinahe hintergangene Ehemann ein Richterschwert in der Hand. Von einer Sekunde zur anderen sind Kähne dienstbereit, und güldene Wasserfälle tauchen auf. Und die Wohn- und Werkstatt der armen Färbersleute mutiert im Handumdrehen zum fürstlichen Pavillon.



Nirgendwo in der Oper wird so unverdrossen gezaubert wie in Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals «Frau ohne Schatten», der vierten ihrer sechs gemeinsamen Musiktheaterschöpfungen. Und da die jüngste Zürcher Neuinszenierung nicht wie die von John Dew, 1986 in Bielefeld, den Weg über den ganz banalen Kreißsaal oder die von Kirsten Harms, zehn Jahre später in Kiel, durch den schrecklichen Schützengraben nimmt, wird auch hier in Maßen der Illusion gehuldigt. Das mit der Fisch-mahlzeit geht so: Der Szenenbildner Robert Israel lässt ein Bühnchen auf der Bühne auffahren und platziert es mitten im Scheunenhaus Baraks, des Färbers. Und in diesem Varieté wirbelt ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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