Lektüre fürs Nachtkästchen
Two for the Price of One» lautet ein bekannter ABBA-Song. Dabei bedienten sich die Schweden des traditionellen englischen Marktschreiers, der auf zwei Schnäppchen zum Einheitspreis verweisen möchte – was der Duden mit «aus eins mach zwei» nur unzureichend übersetzt. Wie dem auch sei: Bei Heinz Irrgehers «Wiener OPERNg’schichten» denkt man sogar an three for the price of one, bietet der Autor auf rund 230 Seiten doch im Grunde drei Bücher an – nicht als Schnäppchen, sondern als erfrischendes Capriccio.
Da ist zunächst das sehr persönliche Curriculum Vitae dieses promovierten Juristen, Bankkaufmanns, Opernliebhabers, langjährigen Präsidenten der mächtigen «Freunde der Wiener Staatsoper» und studierten Musikwissenschaftlers (Letzteres als Pensionist!), zu dem auch amüsante, wenngleich im Niveau unterschiedliche Anekdoten gehören. Die zweite Ebene umfasst seine Kommentare zur Politik in und um die Oper am Ring – inklusive der einen oder anderen sehr persönlichen Abrechnung (nicht immer mit Namensnennung, doch jedem mit den Wiener Praktiken und Usancen einigermaßen Vertrauten dürfte klar sein, um wen es sich jeweils handelt). Die dritte Ebene bildet der künstlerisch-ästhetische ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 32
von Gerhard Persché
JUBILARE
Michail Svetlev kam am 6. März 1943 in Sofia zur Welt. Hier, in der bulgarischen Hauptstadt, betrieb er zunächst theologische Studien. Erfolge bei Gesangswettbewerben ebneten ihm jedoch den Weg zu einer eindrücklichen Laufbahn als Opernsänger. Anfang der 1970er-Jahre war Svetlev Tenor im Ensemble des Gärtnerplatztheaters in München. Bald folgten...
Sie war, das lässt sich auch aus der historischen Perspektive kaum anders sagen, eine durch und durch außergewöhnliche Erscheinung – eine Persönlichkeit. Vom lieben Gott gleichermaßen mit Klugheit wie Schönheit und Raffinement im Umgang mit dem herrschenden (männlichen) Personal auf Erden ausgestattet, entwickelte sie sich zu einer der führenden Politikerinnen...
Jacques Offenbach widerlegte Theodor W. Adorno bereits vier Jahrzehnte vor dessen Geburt: Schließlich beweisen seine Operetten, dass es sehr wohl ein «richtiges Leben im falschen» gibt. Zumal das «Pariser Leben» ja nur so vor Täuschungen durch Masken, Kostümierungen und Dekorationen strotzt, die im provinzadligen dänischen Ehepaar von Gondremark (Heike Wittlieb und...
