Verdi: Falstaff

Luzern, Verdi: Falstaff

Erst mit der finalen Fuge lösen sich manche Fragen und Rätsel, die David Hermanns Regie an Verdis späte Komödie stellt. Das Schlussensemble gestaltet der Regisseur als boshaft-karikierende «Moral von der Geschicht»: Dr. Cajus und Bardolfo outen sich als Schwulenpaar, die Betroffenheit aus Anlass ihrer eben vollzogenen «Heirat» hält sich in Grenzen. Ford und Alice werden sich auch künftig nicht über den Weg trauen, selbst die Verliebtheit des Teenagerpaars Nannetta und Fenton zeigt hier ihre Grenzen.

Nicht genug damit, gibt sich auch noch die ewig zu kurz gekommene Meg Page ob der erfahrenen Wid­rig­keiten die Kugel. Wie konnte dies geschehen?
Weil die Gefühle in dieser etwas anders gedrehten Beziehungsgeschichte «echte» Gefühle sind. Alice Fords Kantilene «Ma il viso tuo su me risplenderà/ Come una sorella sull'immensità» klingt keineswegs persiflierend, sondern emphatisch, sehnsuchtvoll. Falstaff macht von Anfang deutlich, dass er nie zum Opfer seiner Intrigenversuche werden wird. Er mag zwar ein Sonderling sein, aber er versprüht Leben und Lebenslust. Die Schwärmerei der Frauen, die sich gegenseitig eifersüchtig überwachen, ist nicht gespielt, und Falstaff jederzeit ­eines ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Hanspeter Renggli

Vergriffen