Lortzing: Der Waffenschmied

München, Staatstheater am Gärtnerplatz

Es begann hübsch: mit ­einer großen Schneekugel, die auf der einen Seite mittelalterliche Fassaden und Spitzweg-Gestalten im Schlafrock beim Unkraut­jäten zeigt (während sie vom Waffenschmieden singen), auf der anderen die zur revolutionären Zelle mutierte Biedermeierstube von Vater Stadinger (Holger Ohlmann). Doch dann wird’s immer opulenter und bunter (mit vielen schönen Kostümen von Alexander Dodge): brennende Barrikaden, Militärparade und Stahlträger schleppende Arbeiter  vor dem Panoramablick auf ein Fabrikgelände.


Ist Lortzings Musik heute so langweilig und unerträglich, dass man sie erst um die Hälfte einkürzen, dann aber um Radetzkymarsch, Wagners Kaisermarsch von 1871 und schließlich «Heil dir im Siegerkranz» ergänzen muss, nur weil man eine «deutsche Geschichte in drei Teilen» erzählen will? Einmal ganz davon abgesehen, dass in diesem «Waffenschmied» in der Regie von Katharina Wagner mit allen Dialogen auch die gesamte Verkleidungskomödie – und damit der subversive Witz – verschwindet. Stattdessen wird die Revolution von 1848 (und später der 1870/71er Krieg) ausgiebig thematisiert. Und nach einem Zeitsprung zum Beginn des Ersten Weltkriegs verheiratet der zum reichen ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen