Konzentration auf Wesentliche
Herr Braunfels, Sie zählen nicht nur als Schöpfer einiger Großbauten wie der Pinakothek der Moderne in München sowie des Paul-Löbe-Hauses und des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin zu den meistbeschäftigten Architekten Deutschlands. Nun haben Sie für eine neue «Lohengrin»-Produktion des Festspielhauses Baden-Baden das Bühnenbild entworfen. Was reizt Sie an der Arbeit für das Musiktheater?
Das hat eine lange Vorgeschichte. Ich bin zwar Architekt, doch eigentlich wollte ich Musiker werden.
Die Leidenschaft für die Musik im Allgemeinen und die Oper im Besonderen war bei mir früher ausgeprägt als das Interesse an der Baukunst. Schon während meiner Studentenzeit in München bin ich sehr oft in die Staatsoper gegangen. Das musste später leider zurückstehen, weil ich kaum einmal früher als um zehn Uhr abends aus dem Büro herauskam. Und dann habe ich lieber selbst Klavier gespielt, als Musik nur zu hören. Wenn ich heute daran denke, was ich in den siebziger und achtziger Jahren alles verpasst habe, werde ich richtig melancholisch. Was mich an der Aufgabe reizt, eine Bühne zu gestalten? Vor allem die Herausforderung, «musikalische» Räume zu schaffen. Räume, die sich nicht nur auf die ...
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Über die Station South Kensington auf der Piccadilly Line, ein paar Halts von Covent Garden entfernt, erreicht man das Victoria&Albert-Museum. Ein Besuch der dort gegenwärtig präsentierten Ausstellung «Modernism – Designing a New World» lohnt sich. Auch im Zusammenhang mit der neuen «Götterdämmerung» an Covent Garden – nicht nur, weil man in Siegfrieds Rheinfahrt...
Das Debüt ist lange her. Vor sechsundzwanzig Jahren dirigiert Daniel Barenboim den «Tristan» zum ersten Mal: an der Deutschen Oper Berlin, wenig später dann in Bayreuth. Damals waren viele, nicht nur im Orchester, skeptisch. Würde ein weltberühmter Pianist, der zwar das Orchestre de Paris leitete, aber wenig Opernerfahrung hatte, das wirklich hinkriegen?...
Im Zuge seines langfristig angelegten Ausgrabungsprojekts von italienischen Raritäten aus dem frühen 20. Jahrhundert hat das römische Opernhaus «La leggenda di Sakùntala» (Die Legende der Sakùntala) zur Diskussion gestellt: Franco Alfanos zu Lebzeiten erfolgreiches, inzwischen vergessenes Hauptwerk. Es entstand nach einem selbstverfassten Libretto auf der Basis...
