Konkurrenz für den Platzhirsch

Im frisch aufpolierten Michailowsky Theater in St. Petersburg weht frischer Opernwind

Opernwelt - Logo

Es gibt in der Muppets Show den Gemüsechor und in Wien das nach jedem Auftritt seine Instrumente erneuernde Gemüseorchester, aber ein Gemüsehändler als Opernintendant, das ist neu. Warum nicht? In Italien waren die Impresari, die sich für je eine Spielzeit in die Opernhäuser einmieteten, als Geschäftsleute vor allem für das Drehen der Rouletteschüsseln verantwortlich, die neuen Opern waren eher das Lockmittel dafür. Und in Russland muss man zur Selbsthilfe greifen, wenn man nicht mit Vladimir Putin und seinen Vasallen befreundet ist – wie St.

Petersburgs regierender Opernzar Vladimir Gergiev.
Der konnte zwar vor zwei Jahren im Handstreich seinen neuen Konzertsaal in den rauchenden Mauern des zufällig abgebrannten historischen Depotgebäudes des Mariinsky Theaters eröffnen – regelmäßig ausgelastet ist der freilich genauso wenig wie das dringend sanierungsbedürftige, pistaziengrüne Haupthaus. Gergiev hatte zudem Fakten geschaffen, indem er auf der anderen Kanalseite den Abriss eines Häuserquartiers betrieb, wo längst das als «goldene Kartoffel» verspottete zweite Mariinsky Theater von Dominique Perrault hätte stehen sollen. Das wiederum ist schon seit 2007 eigentlich Makulatur. Der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Manuel Brug

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bärendienst

In letzter Zeit findet Händels 1713 uraufgeführter «Teseo» verstärkt Interesse an deutschen Bühnen: Nachdem eine (auf DVD erhältliche) Tourneeproduktion in der Regie von Axel Köhler und vor allem die Aufführung an der Komischen Oper Berlin (2008) das dramatische Potenzial von Händels Version des Medea-Stoffes ausgelotet hatten, wagte sich im Mai dieses Jahres die...

Mittendrin

Der Wunsch, Wagners «Ring» komplett auf die Bühne zu bringen, ist weltweit zu einer Art Kraftprobe geworden, die mehr und mehr Häuser bestehen wollen. Wenige haben dabei so viel Mut wie das Teatro São Carlos. Dass die Planer in Lissabon erst fünf vor zwölf von den öffentlichen Geldgebern erfuhren, wie viel Geld sie zur Verfügung haben, machte die Sache nicht...

Schlank, wendig, mit Substanz

Der Magnet liegt 60 Kilometer entfernt und übt gerade mit «Aida» und «Macbeth» am Nationaltheater und dem jungen Verdi am Gärtnerplatz große Anziehungskräfte aus. Wie sich also gegen München behaupten? Mit seinem neuen «Don Carlos» gelingt das dem Theater Augsburg locker. Ohnehin hat sich hier seit 2007, dem Amtsantritt von Intendantin Juliane Votteler,...