Konkurrenz für den Platzhirsch
Es gibt in der Muppets Show den Gemüsechor und in Wien das nach jedem Auftritt seine Instrumente erneuernde Gemüseorchester, aber ein Gemüsehändler als Opernintendant, das ist neu. Warum nicht? In Italien waren die Impresari, die sich für je eine Spielzeit in die Opernhäuser einmieteten, als Geschäftsleute vor allem für das Drehen der Rouletteschüsseln verantwortlich, die neuen Opern waren eher das Lockmittel dafür. Und in Russland muss man zur Selbsthilfe greifen, wenn man nicht mit Vladimir Putin und seinen Vasallen befreundet ist – wie St.
Petersburgs regierender Opernzar Vladimir Gergiev.
Der konnte zwar vor zwei Jahren im Handstreich seinen neuen Konzertsaal in den rauchenden Mauern des zufällig abgebrannten historischen Depotgebäudes des Mariinsky Theaters eröffnen – regelmäßig ausgelastet ist der freilich genauso wenig wie das dringend sanierungsbedürftige, pistaziengrüne Haupthaus. Gergiev hatte zudem Fakten geschaffen, indem er auf der anderen Kanalseite den Abriss eines Häuserquartiers betrieb, wo längst das als «goldene Kartoffel» verspottete zweite Mariinsky Theater von Dominique Perrault hätte stehen sollen. Das wiederum ist schon seit 2007 eigentlich Makulatur. Der ...
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Sowohl Claus Guth (in Hamburg) als auch Anselm Weber (in Essen) standen vor dem nahezu unlösbaren Problem, etwas Eigenes zum Thema «Siegfried» zu (er)finden. Mit Hilfe ihrer Bühnen- und Kostümbildner dekorierten sie das Ganze einfach um, wobei die «neuen» Schaufenster nicht viel anders ausschauten als viele alte zuvor. Claus Guth wollte die Geschichte wohl als eine...
Herr Cencic, als Countertenor haben Sie dieses Jahr noch mehr Händel singen müssen als sonst. Ermüdungserscheinungen?
Das nicht, aber schon ein gewisses Bedauern, dass doch nur immer wieder die gleichen Händel-Opern gespielt werden. Warum muss es immer «Giulio Cesare» sein – und nicht mal «Floridante»? Inzwischen sind doch fast alle Händel-Opern in guten...
Schon bei seinem Amtsantritt im Januar konnte man es hören: Ungewohnt fein und transparent klang da Richard Strauss’ gigantisch instrumentierte «Elektra»-Partitur, schlank und beweglich präsentierte sich das Orchester. Unverkennbar stand da ein Mann im Graben, der sehr präzise Vorstellungen vom Klang seines Orchesters hatte – und diese auch umzusetzen wusste....
