Komponieren heute
Seit rund 60 Jahren werden mit Computern Töne erzeugt, spielt die digitale Klangerzeugung und -bearbeitung nicht nur in Jazz und Pop, sondern auch in den elektronischen Studios der Neuen Musik eine wichtige Rolle. Ob in Baden-Baden (SWR) oder Berlin (TU), Köln (WDR) oder München (Siemens) – wer sich «auf die Suche nach noch nie gehörten Klängen» machte (um den Titel eines Dokumentarfilms von Uli Aumüller und Gösta Courkamp zu zitieren), kam um die neuen, komplexen Rechenmaschinen nicht herum.
Karlheinz Stockhausen war einer der ersten Komponisten, der in den (damals noch raumgreifenden) Apparaturen für die Verarbeitung von binären Codes das Potenzial für die Erschaffung einer Klangwelt witterte, die auf herkömmlichen Instrumenten nicht zu realisieren ist. Viele seiner im Elektronikstudio des Westdeutschen Rundfunks entstandenen Stücke gelten heute als Klassiker des Genres. Im Siemens-Studio experimentierte der Computermusik-Pionier Anton Riedl schon in den frühen 1960er Jahren mit Lochstreifen und Steuertechniken, die bis zu 128 Parameter pro Sekunde (Farbe, Tonhöhe, Lautstärke usw.) variieren konnten. Riedls «Komposition Nr. 2» (1963/65) zählt zu den ersten Werken, die gleichsam ...
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Für ihren Amtsantritt als Intendantin der Sächsischen Staatsoper wählte Ulrike Hessler den Hausgott Richard Strauss. Doch weder der in Dresden uraufgeführte «Rosenkavalier» noch eine «Elektra» wurde es, sondern sein vielleicht am wenigsten prominentes Bühnenwerk: «Daphne». Deren Uraufführung am 15. Oktober 1938 geriet nach Zeitzeugenberichten für den Komponisten zu...
Mit seiner fünfzehnten Oper, dem im Dezember 1849 in Neapel uraufgeführten melodramma tragico «Luisa Miller», hat Verdi die Schwelle der Meisterschaft erreicht. Und dennoch wird dieses Stück, in dem er, drei Jahre vor der ungleich erfolgreicheren «Traviata», in Anlehnung an Schillers «Kabale und Liebe» erstmals einen intimen Stoff gestaltet, nur selten aufgeführt....
Fangen wir mit der Musik an, sie ist die eigentliche Sensation des Abends. Ein tönend bewegtes Feuerwerk. Kaum zu glauben, dass hier dasselbe Orchester spielt, das man in den vergangenen zwei Spielzeiten häufig übersteuert und unpräzise erlebt hat. Die Gegenwart gehört der Jugend. Nicht einmal 30 Jahre alt ist Patrick Lange, der neue Generalmusikdirektor der...
