«Kommt Zeit, kommt Rat»
Ein Zyklus von sieben Teilen mit 29 Stunden Spieldauer: Neben Karlheinz Stockhausens «Licht – Die sieben Tage der Woche» schrumpft Wagners «Ring» fast auf Einakter-Format. Nach der Vorstellung einzelner Tage in Mailand und Leipzig und der konzertanten Präsentation zahlreicher Szenen harrt das jüngst vollendete Riesenwerk jetzt einer Gesamtaufführung. Für sie benötigt man, im Idealfall, vier Hubschrauber, sieben Spielstätten und etwa zehn Millionen Euro.
Höhenflüge waren dem 1928 geborenen Rheinländer indes schon vor dem «Licht»-Projekt nicht fremd: Von Beginn seiner Karriere an erhob sich Stockhausens Werk über die Grenzen bürgerlicher Musikinstitutionen, wovon bereits die frühen «Gruppen für drei Orchester» zeugen; ein Einzelgänger, der sich um die Spielregeln des Musikbetriebs nur scherte, wenn sie sein Werk beförderten. Über Ausstrahlung, Bedeutung und Problematik des Phänomens Stockhausen äußern sich im Folgenden Udo Zimmermann, Ingo Metzmacher und Dieter Rexroth. Das Gespräch mit dem Komponisten führten Albrecht Thiemann und Olaf Wilhelmer.
Herr Stockhausen, unser Treffen fällt auf einen Freitag. Ist das ein guter Tag, um miteinander zu sprechen?
Jeder Tag ist ein guter ...
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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: thema: stockhausen, Seite 24
von Albrecht Thiemann und Olaf Wilhelmer
Sie hielt vor allem das 18. Jahrhundert in Atem. Sie verzauberte Komponisten und Librettisten gleich reihenweise. Allein in den letzten drei Jahrzehnten, zwischen 1771 und 1796, sind fünfundzwanzig Vertonungen zu verzeichnen, die ihr huldigen: Andromeda, die Gefesselte und von Perseus Befreite. Der dem Mannheimer Kreis zugehörige Cannabich widmete ihr ein...
Karlheinz Stockhausens Zyklus «Licht», sieben Opern mit einer Gesamtspieldauer von 28 Stunden, ist ein Ausnahmewerk, ein kühnes Projekt, das die künstlerischen Bedingtheiten der Gattung Oper in Frage stellt, ja sogar sprengt. Die beispiellose Komplexität der Werke von Karlheinz Stockhausen birgt in sich eine Herausforderung, sie stellt ein Opernhaus und die...
Die Natur ist quasi verbannt. Das ist gut, weil so klar wird, dass es nicht um Edelweiß-Romantik geht. Gleichzeitig ist dies von Nachteil, weil dadurch die symbolische Ebene der Natur völlig ausgeblendet wird. Wenn Nicolas Joël an der Düsseldorfer Rheinoper Alfredo Catalanis «La Wally» inszeniert und dabei Felsen, Sturzbäche und Lawinen von der sichtbaren Bühne...
