Kleiner Tod im Stehbett

Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» als harmloses Museumstheater in Hamburg

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Lachen oder weinen, quasi – bei schrägen Polkas, Walzern und Galopptiraden – innerlich mittanzen oder das Ganze politisch «kritisch» verstehen und dementsprechend für sich interpretieren? Diese Fragen, die als wesentliche (und ja nach wie vor spannungsvolle) ästhetische Ambivalenzen auf die Dichotomie der Rezeption von Dmitri Schostakowitschs Musik abzielen, kommen im Rahmen der Inszenierung von Angelina Nikonova an der Staatsoper Hamburg nicht aufs Tableau.

Schostakowitschs Frauen-Befreiungs-Mordoper «Lady Macbeth von Mzensk» aus dem Jahr 1934 hat man der russischen Künstlerin anvertraut, die als Autorin und Regisseurin vom Film kommt und nun ihr Operndebüt geben durfte. Leider verpuffen die Explosionspotenziale der einleitend formulierten Fragemöglichkeiten im lauen Mädchenwind einer, man muss es so formulieren, in jeder Hinsicht ahnungslosen Regie. Schostakowitsch wird mehr als nur missverstanden. Oder noch nicht einmal das; kein Versuch eines Zugangs, höchstens eine «hübsche» Bebilderung. Diese wiederum läuft aber am eigentlichen Geschehen dieses eigentlich nicht sonderlich schwer zu inszenierenden Stückes vorbei. So «betrachtet», wirkt die «Lady» auf grässlich äußerliche, ...

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Opernwelt März 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Arno Lücker

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