Kinder hören offener

Köln, Bonn, Düsseldorf/Duisburg: Wie am Rhein Opernprojekte für den Nachwuchs boomen

Die Überalterung des Opernpublikums ist ein Phänomen, das seit Jahren bespöttelt und kritisiert wird, ohne dass eine Notwendigkeit zum Handeln daraus abgeleitet wurde. Denn die Theater konnten sich im Großen und Ganzen darauf verlassen, dass sich der «Silbersee im Parkett» ganz ohne ihr Zutun immer wieder auffüllte: Waren erst einmal die Belastungen von Beruf und Familie weggefallen, fanden viele Interessierte auch wieder den Weg ins Opernhaus.

Genau hier scheint sich eine Veränderung abzuzeichnen: Erstmals belegen Untersuchungen, dass das Opern- und Konzertpublikum deutlich schneller altert als die Durchschnittsbevölkerung. Zugleich registrieren viele Theater eine regelrechte Erosion der Stammkundschaft. Diese Entwicklungen gehen einher mit einem seit gut zwei Jahrzehnten zu beobachtenden Verlust kultureller Grundlagen, zu dem auch die systematische Vernachlässigung des Musikunterrichts in allgemeinbildenden Schulen gehört.

Inzwischen gehen die Theater in die Offensive und versuchen mit ihren Mitteln Bildungslücken zu schließen. Die vielerorts zu beobachtende Blüte des Kinder- und Jugendtheaters entsteht also aus purer Notwendigkeit. Sie soll und darf sich jedoch nach dem Willen ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Ingo Dorfmüller

Vergriffen
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