Kantig, kühl, kraftvoll

Massenet: Werther
REGENSBURG | THEATER

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Das Theater Regensburg sei «einer der sichersten Räume der Stadt», verkündet die Stimme vom Band, bis zu zweieinhalb Mal pro Stunde werde im Zuschauerraum die Luft ausgetauscht. Nicht ganz so sicher ist es anscheinend auf der Bühne, wo sich schon während der Ouvertüre ein achtköpfiges Tänzerensemble erschießt, erhängt oder Gift schluckt. Keine Frage, Werther, der Titelheld von Jules Massenets Oper, eilt in der Inszenierung von Nurkan Erpulat von Beginn an dem Ende entgegen, wofür die Liebe zu Charlotte fast mehr Anlass als Ursache scheint.

Wohl deshalb hat Erpulat die Szene am Ende des dritten Akts gestrichen, in der Charlottes Ehemann Albert seinem Rivalen die verlangten Pistolen schicken lässt.

Musikalisch sind solche Striche ärgerlich. Und dieser wäre für die Konzeption nicht mal nötig, weil Albert Werthers Selbstmord schließlich nicht herbeiführt, er beschleunigt ihn höchstens. Daran merkt man, dass Erpulat bislang als Schauspielregisseur sehr erfolgreich ist, in Regensburg aber zum ersten Mal Oper inszeniert. Dabei hat er merklich Lust, die Geschichte zu erzählen, was er mit einfachen, offen ausgestellten Theatermitteln tut. Im leeren Bühnenhaus stehen nur ein Flügel und ein ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Stallknecht

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