John, Jack und Rap
Die Oper Dortmund verfolgt, auch in Zeiten der Pandemie, ein ehrgeiziges Programm. So will beispielsweise das Projekt «Oper für alle» den etwas sperrigen Begriff «Stadtgesellschaftliche und regionalspezifische Teilhabe» aktiv-kreativ definieren. Dementsprechend übernehmen die Rapper IndiRekt und S.Castro in der Uraufführung «Der Hetzer» von Bernhard Lang Rollen, die als Brückenschlag zu anderen Publikumskreisen und zum verhandelten «Othello»-Stoff fungieren sollen.
In einer soziokulturellen Stadtteil-Schreibwerkstatt entstanden zuvor Texte von Jugendlichen zu den zentralen Themen des Vorwurfs: Liebe, Eifersucht, Bosheit, Hass, Ehrgeiz, Täuschung. In Rap-Rhythmus übersetzt (und scharf pointiert als Spiegelungen von Ot(h)ello und Jago vorgetragen), treffen sie den aktuellen Kern und entsprechen den Intentionen des Komponisten, der diese «Zwischenakte» für jede Produktion neu aus der aktuellen lokalen Situation heraus geschrieben wissen will.
Der 1957 geborene Österreicher Bernhard Lang setzt mit diesem Auftragsstück die lange Serie seiner Überschreibungen fort. Diesmal also, mehrsprachig (deutsch, italienisch, englisch), Ot(h)ello: einerseits von/nach Verdi, mitschwingend aber ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Karl Harb
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Der Komponist und der Diktator starben just am selben Tag, dem 5. März 1953. Es erscheint als fiese Ironie des Schicksals, dass Josef Stalin mit seinem finalen Abgang von der Weltbühne Sergej Prokofjew gleichsam die Show stahl. Denn die angeordnete Staatstrauer um den Tod des Massenmörders ließ die Nachricht vom Hinscheiden des freiwillig in die Heimat...
Die Eröffnung eines Festivals setzt vor allem Zeichen für die Zukunft. Und da zählen auch die kleinen Gesten. Sie erzählen von Visionen, deuten dramaturgische Linien an. Dies gilt insbesondere immer dann, wenn, wie im selbst Mitte September noch sommerlichen Venedig, ein Leitungswechsel vollzogen wird. Lucia Ronchetti heißt die neue Chefin der Biennale Musica. Und...
