«Jeder ist für sich selbst verantwortlich»
Frau Erdmann, beginnen wir apodiktisch. Es wird behauptet, Künstler seien abgehobene Wesen. Womöglich ein falsches Bild. Aber es ist in der Welt. Wer transportiert dieses Bild?
Na ja, wer transportiert das? Das sind schon die Medien.
Wer gibt den Medien die Informationen, ohne die sich ein solches Image kaum fügen lässt?
Vielleicht wollen die Menschen genau das im Künstler sehen: dass dieser etwas anderes darstellt als das, was sie im eigenen Privatleben vorfinden.
Eine Art Erhöhung?
Ja, durchaus.
Aber das hat auch etwas von Zirkusartisten, die mit ihren Wohnwagen
herumfahren, keine Wurzeln haben und eben dadurch abgehoben sind, im bildlichen Sinn. Dass aber zu all dem, was wir Sänger anscheinend wie von selbst tun, zu den Auftritten, dem Erfolg, harte Arbeit und ein hohes Maß an Disziplin gehören, wissen die wenigsten. Und ebenso wenig wissen sie, dass der Beruf nicht selten Entbehrungen mit sich bringt.
Als wir uns das letzte Mal getroffen haben, vor vier Jahren in Frankfurt, galten Sie in Fachkreisen zwar als sehr begabte Sängerin, nicht aber als eine Künstlerin, der man in jedem Fall eine große Karriere zutraute. Jetzt sind Sie, nicht zuletzt nach Ihrem hoch gerühmten Salzburger ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Interview, Seite 32
von Jürgen Otten
Der Schock kam nach der Ouvertüre. Sämtliche Rezitative waren gestrichen. Das Mozart-Festival A Coruña traute sich nicht, dem Publikum Domènec Terradellas’ (1713-1751) letzte Oper «Sesostri» in voller Länge zuzumuten. Dabei ist es der dramatische Instinkt, der die Musik des durch Juan Battista Otero und seine Reial Companyia Opera da Cambra Barcelona der...
Ein Paukenschlag. Nicht weil David Ma-yoral vom superben Barockensemble L’Arpeggiata zu Beginn und am Ende der Vorgeschichte zum Trojanischen Krieg, die Giovanni Andrea Bontempi unter dem Titel «Il Paride» 1662 «vertonte», die große Trommel rührt. Und auch nicht, weil die Musik des aus Perugia stammenden Kastraten, der bei Virgilio Mazzochi in die Gesangschule ging...
Vor 80 Jahren begann die Metropolitan Opera damit, Nachmittagsvorstellungen ihrer
Produktionen im Rundfunk zu übertragen – damals noch auf nationaler Ebene. Die Besetzungszettel lesen sich wie ein «Who’s who?» der Oper des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder also, dass die erhaltenen Bänder schon in Zeiten der Langspielplatte kommerziell verwertet wurden und mit Beginn...
