Jahrmarkt der Beliebigkeiten
Unübersichtlich fast wie die Berlinale, bunter als die Internationale Tourismusbörse: So erwirtschaftete sich «MaerzMusik», das «Festival für aktuelle Musik», in fünf Jahren einen Stammplatz in der Berliner Festivallandschaft. Die Konzepte scheinen beliebig. Doch gerade das wirkt in der verknöcherten Neuen Musik fast als Befreiungsschlag. Die Auslastung stimmt, im Aufwind der Berliner Festspiele wurden diesmal sogar Wartelisten geführt und Extratermine erwogen. Das alles mit einem Musiktheater-Schwerpunkt, wie es ihn ausgeprägter hier noch nie gab.
Ist die Oper Zukunftsland einer in tausend Uraufführungsinselchen zersprengten Neuen Musikwelt?
Was Festival-Leiter Matthias Osterwold unter dem Thema «Japan und der Westen» an Blumen zusammenband, war freilich noch kein Wunderwerk des Ikebana. Nach einer präludierenden konzertanten Aufführung von Kaija Saariahos «L’Amour de loin» unter Kent Nagano fuhr man mit Cong Sus «Welt im Quecksilberlicht» (auf ein Libretto des Chefs der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm) sogleich tief in den Keller harmlosester Blumenzwiebelkunde: Bewusstlos wird ein Mann auf einer Berliner Straße gefunden. Er hat seine Identität verloren und will ...
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In Worms in der Von-Steuben-Straße befindet sich die ehemalige Großherzogliche Lateinschule, die heute den Namen «Rudi-Stephan-Gymnasium» trägt – benannt nach einem Komponisten, der sein junges Leben im Ersten Weltkrieg lassen musste und daher von der Nachwelt meist unbeachtet blieb. 1909, im Alter von gerade einmal zweiundzwanzig Jahren, begann Rudi Stephan die...
Luigi Cherubinis Vertonung der finstersten aller griechischen Tragödien markiert einen Wendepunkt der Operngeschichte. Mit diesem 1797 in Paris uraufgeführten Werk des seit 1786 in Frankreich lebenden Cherubini kommt die von Gluck begonnene Verschmelzung der italienischen Opera seria mit der französischen Tragédie lyrique zum Abschluss und treibt zugleich weit...
«Orlando» wurde am 20. August 1720 im Privattheater des Prinzen von Torella in Neapel uraufgeführt. Das Besondere an dieser Premiere: Die Titelpartie sang ein damals noch unbekannter Sänger, der später als Farinelli Weltruhm erlangen sollte. Er war Schüler des Komponisten Nicola Porpora. Dieser war damals vierunddreißig Jahre jung und hatte bereits sieben Opern...
