«Singen ist doch etwas Übernatürliches!»

Der Tenor Roberto Alagna über Luis Mariano und andere Jugendidole, die Faszination der menschlichen Stimme und seine Opern-, Schallplatten- und Kinopläne.

Herr Alagna, Ihr letztes Solo-­Recital war eine Hommage an den Sänger und Schauspieler Luis Mariano, der in Frankreich eine Legende, bei uns aber kaum bekannt ist.
Das stimmt. Man muss ihn in Deutschland erst noch entdecken. Er war eine außergewöhnliche Person, er hat ein Genre, einen Stil kreiert. Eigentlich wollte er Opernsänger werden, hat das Konservatorium in Bordeaux besucht und ist in «Don Pasquale» aufgetreten.

Aber dann hat er gemerkt, dass er in der Oper nur einer von vielen sein würde, und da er ein überaus intelligenter Mann war, hat er sich einer Art von Operette zugewandt, die eigens für ihn erfunden wurde und dem Varieté und der Music Hall nahe stand. Gemeinsam mit Francis Lopez darf er als Urheber dieses Genres gelten. Mariano machte aus sich eine Kunstfigur, ähnlich wie Charlie Chaplin, mit einer Reihe von Stereotypen und karikaturis­tischen Zügen, die ihn sympathisch erscheinen lassen. In den fünfziger Jahren war Luis Mariano in Frankreich ein gro­ßer Star, der Erste, der dort einen Fanclub hatte. Er drehte etwa vierzig Filme, die zwar nicht von großem künstlerischen Wert sind, aber in denen es jedes Mal Spaß macht, ihn singen zu sehen.

Sie singen die Lieder mit ...

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Opernwelt Dezember 2006
Rubrik: Interview, Seite 32
von Ekkehard Pluta

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