Apropos... Vielseitigkeit

Hänsel, Rosina und Carmen binnen sieben Tagen – das erfordert eine sängerisch wie darstellerisch sehr flexible Interpretin – eine wie Irene Roberts. Seit Kurzem gehört die amerikanische Mezzo­sopranistin zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin – und machte dort als Urbain in Meyerbeers «Hugenotten» Furore.

Frau Roberts, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Carmen und zu ihrem Urbain. Unterschiedlicher können Partien, abgesehen vom Stimmfach, nicht sein, oder?
Wohl wahr. Aber für mich war der Wechsel von Urbain zu Carmen eigentlich sehr einfach. Es ist ja derselbe Mensch, der sie singt. Aber ganz im Ernst: Es ist eine attraktive Herausforderung. Ich mag das, sowohl, was die technische Seite angeht, als auch, was den Charakter und die Darstellung betrifft. Und ich mache das ja nicht spontan. Die Vorbereitung auf die jeweilige Rolle findet weit vor der Aufführung statt.

Ich beschäftige mich intensiv mit dem Charakter der Figur, die ich darstelle; ja, man kann sagen, dass ich förmlich in sie hineinkrieche – aber eben vorher, nicht spontan, auf der Bühne. Das könnte ich nicht. Was mir hingegen leichtfällt, ist der Sprung von der einen zur anderen Rolle. Wobei es, rein physiologisch, schon hart war, erst den Hänsel zu singen und dann die Rosina. Das war weit schwieriger als der Wechsel von Rosina zu Carmen. Hänsel ist ungemein athletisch – und Rosina eben so ganz anders. Stimmlich wiederum bedeutete es eine große Herausforderung, erst den Urbain und dann drei Tage später die Carmen zu singen. ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Jürgen Otten